Es sollte ein kurzer Trip in die Sonne werden. Aber dann kam es ganz anders. Oder wie Norbert Raeder, Reinickendorfer BVV-Politiker (parteilos für CDU) es formuliert: „Wenn Raketen unweit neben dir einschlagen… und aus Rettungsübungen purer Ernst wird …“
Der Reinickendorfer Wirt (Ex-„Kastanienwäldchen“, nun „Füchsewäldchen Club Lounge“) und Politiker wollte „eine kurze Erholungsreise an einem ruhigen und unerreichbaren Urlaubsort unternehmen. Abgeschieden und von Mobilfunkgeräten getrennt“, wie er erzählt. Und so buchte er eine günstige Last-Minute-Schiffsreise, erzählt er. „Um auf andere Gedanken zu kommen und neue Kräfte zu tanken“. Dass Israel und die USA den Iran angreifen würden und dieser durch Luftschläge gegen alle Nachbarländer mit US-Stützpunkten und die Sperrung der Straße von Homus die ganze Region lahmlegen würde, war nicht abzusehen.

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Krisengebiet Abu Dhabi: Deutsche Urlauber erleben Raketenangriffe
„Das mit den veränderten Gedanken hat funktioniert“, sagt Raeder sarkastisch. Denn auf einmal steckten sie in einer weltpolitischen Krise: Sie befinden sich mit über 2000 anderen deutschen Urlaubern und einer internationalen Crew, auf dem deutschen Schiff „Mein Schiff 4“, aus Sicherheitsgründen vor Anker liegend im Hafen von Abu Dhabi. Seinen Humor hat er nicht verloren. „Ich glaube, im Moment würde ich Rügen vorziehen …“, sagt er zur Morgenpost.
Denn der Krieg ist dort mehr als eine Meldung in der Zeitung. Die Raketen-Abwehrsysteme des nahegelegenen US-Stützpunktes fangen „angreifende Raketen über unseren Köpfen“ ab. Es ist beängstigend, wenn Kampfjets in geringer Distanz über das Schiff donnern und ihre Raketen neben unserem Schiff einschlagen – wenn der Hafen brennt und schwarze Rauchwolken den Himmel verdunkeln“, erzählt Raeder.
Raeder betont, dass es allen anderen Bewohnern und Besuchern der Region genauso oder schlechter gehe. Und trotzdem sei die psychische Belastung nicht von der Hand zu weisen. „Wenn die Sirenen deines Telefons in der Nacht ertönen und dich vor anliegenden Raketenangriffen warnen, ist an eine erholsame Nacht nicht wirklich zu denken.“
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Crew bewahrt trotz Raketenangriffen Ruhe und vermittelt Sicherheit
Die Lage auf dem Schiff sei, wie es der Kapitän formulierte, „dynamisch angespannt“. Die Außendecks wie auch die Kabinenbalkone sowie die Außenbereiche sind gesperrt. „Wir selbst haben eine Fensterkabine und halten uns im Innern des Schiffes auf. Bei einem der Angriffe am Montag wurden alle Gäste ins Innere, in die Mitte des Schiffes geleitet, um nicht von herumfliegenden Raketenteilen getroffen zu werden.“
Crew beeindruckt mit Ruhe und Übersicht in Ausnahmesituation
Es sei beeindruckend, wie besonnen die Gäste reagieren, beobachtet Raeder. Das liege an der „beruhigenden Art des Kapitäns und seiner entspannt wirkenden Besatzung“, findet Rader. „Selbstverständlich sind gerade diese Personen unter enormer Anspannung, und dennoch vermitteln sie in dieser unüberschaubaren Situation eine beruhigende, transparente Atmosphäre.“
Voller Beeindruckung erwähnt Reader mehrfach die Crew. „Trotz ihrer eigenen Angst ist die Crew wirklich ganz besonders. Sie machen hier ungebremst einen Mega-Job, um die Gäste auf ruhige Gedanken zu bringen.“
Wie es weitergeht, ist noch ungewiss. Raeder will versuchen, irgendwie nach Berlin zu kommen – „schließlich muss ich ja am Mittwoch in der BVV Reinickendorf sitzen.“








