Die USA schicken einen weiteren Flugzeugträger in Richtung Nahost – möglicherweise als Verstärkung im Krieg gegen Iran. Die „USS Theodore Roosevelt“ soll gemeinsam mit ihrer Kampfgruppe in die Region verlegt werden. Ob sie einen der bereits dort stationierten US-Flugzeugträger ablöst oder zusätzlich kommt, ist noch unklar.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Fest steht: Mit dem Schiff kommt eine gewaltige militärische Schlagkraft. Mehrere Tausend Menschen, Dutzende Kampfflugzeuge und weitere Kriegsschiffe gehören zu dem Verband. Was sich auf dem Papier nach einem beeindruckenden Stück Militärtechnik anhört, hat im Ernstfall eine sehr konkrete Konsequenz: Diese Waffen sind dafür gebaut, Ziele zu zerstören – und Menschen zu töten.

USS Theodore Roosevelt: Das steckt hinter der neuen US-Waffe

Ein Blick auf die technischen Daten zeigt, welche Dimensionen hinter der „Theodore Roosevelt“ stecken. Die US‑Navy gibt folgende Daten des Flugzeugträgers an:

  • Länge: rund 333 Meter
  • Verdrängung: rund 97.000 Tonnen
  • Geschwindigkeit: etwa 30 Knoten (ca. 56 km/h)
  • Besatzung: rund 5.500 Menschen
  • Antrieb: zwei Atomreaktoren

Der Flugzeugträger gehört zur Nimitz-Klasse und ist seit 1986 im Dienst. Zwei Atomreaktoren treiben das Schiff an. Dadurch kann es über lange Zeiträume operieren, ohne für seinen eigenen Antrieb Treibstoff nachfüllen zu müssen. Das Funkrufzeichen des Flugzeugträgers lautet „Rough Rider“, in Anlehnung an die Kavallerieeinheit des späteren US-Präsidenten Theodore Roosevelt.

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Unter US-Soldaten soll sich der Name „Big Stick“ („Dicker Knüppel“) durchgesetzt haben. Eine Anspielung auf ein afrikanisches Sprichwort, das Roosevelt häufig zitierte: „Sprich sanft und trage einen dicken Knüppel – dann kommst du weit.“ Doch so mächtig der Flugzeugträger militärisch ist: Im Frühjahr 2020 wurde die „USS Theodore Roosevelt“ von einem unsichtbaren Gegner ausgebremst.

2020 wurde die „Roosevelt“ zum Corona-Hotspot

Während der Corona-Pandemie breitete sich das Virus an Bord rasant aus. Wie der Nachrichtendienst „USNI News“ berichtete, infizierten sich während des Corona-Ausbruchs im Frühjahr 2020 mehr als 1200 Besatzungsmitglieder. Der damalige Kommandant Captain Brett Crozier forderte in einem Schreiben an seine Vorgesetzten mehr Unterstützung und eine schnelle Verlegung großer Teile der Besatzung an Land.

Captain Brett Crozier verlor sein Kommando in der Corona-Krise.
Captain Brett Crozier verlor sein Kommando in der Corona-Krise.© AFP | SEAN LYNCH

Die Situation auf dem engen Schiff ließ aus seiner Sicht eine weitere Ausbreitung des Virus befürchten. Das Schreiben gelangte an die Öffentlichkeit – und löste einen Streit über den Umgang der Navy mit dem Ausbruch aus. Crozier wurde schließlich von seinem Kommando entbunden. Am Ende wurde die „Theodore Roosevelt“ für Wochen aus dem Einsatz genommen.

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Dutzende Kampfflugzeuge an Bord

Gut sechs Jahre später ist der Flugzeugträger wieder im vollen Einsatz. Auf dem Flugdeck und in den Hangars befindet sich ein komplettes Luftgeschwader. „USNI News“ schreibt, dass die „Theodore Roosevelt“ bei ihrem aktuellen Einsatz unter anderem mit der F-35C, F/A-18E/F Super Hornets, EA-18G Growlern und E-2D Hawkeyes unterwegs ist. Jede Maschine hat dabei eine andere Aufgabe. Die F/A-18 Super Hornet ist ein Mehrzweckkampfflugzeug, das sowohl Luft- als auch Bodenziele bekämpfen kann.

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Die F-35C ist die Träger-Version des Tarnkappen-Kampfjets F-35 und wurde für Starts und Landungen auf Flugzeugträgern angepasst. Durch ihre geringe Ortbarkeit und ihre Sensoren soll sie gegnerische Stellungen möglichst früh erkennen und Informationen mit anderen Einheiten teilen.

Die EA-18G Growler wiederum ist auf elektronische Kampfführung spezialisiert. Sie kann gegnerische Radar- und Kommunikationssysteme stören. Die E-2D Hawkeye dient als fliegende Kommando- und Aufklärungsplattform und kann andere Flugzeuge und Schiffe über die Lage im Einsatzgebiet informieren.

Und dann sind da noch die Kriegsschiffe

Die „Theodore Roosevelt“ fährt zudem nicht allein. Sie ist das Zentrum einer sogenannten Carrier-Strike-Group. Zu dem Verband gehören unter anderem ein Lenkwaffenkreuzer und mehrere Zerstörer. Diese Schiffe schützen den Flugzeugträger, können feindliche Flugzeuge und Raketen abwehren und verfügen selbst über weitreichende Waffensysteme.

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Das Prinzip ist vergleichbar mit einem mobilen militärischen Netzwerk: Der Flugzeugträger liefert die Luftmacht, die Begleitschiffe sichern den Verband, Flugzeuge und Schiffe liefern Informationen – und gemeinsam können sie Ziele weit entfernt vom eigentlichen Heimathafen bekämpfen.

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