Von Philipp Hartmann, Isabell Jürgens, Norman Börner, Julia Lehmann, Miriam Schaptke und Lars Precht
Freie Fahrt für alle Rodel-Begeisterten in Berlin: Mit Schlitten, Schneeschlittenbrett, Plastikschalen oder auch auf einem großen Müllsack geht bei bestem Winter-Wetter auf den Mini-Pisten der Hauptstadt die Post ab. Auf den mittlerweile komplett vereisten Winz-Abfahrten kann das äußerst rasant werden. Hier gibt es in Berlin die besten Rodelpisten:
Viktoriapark: Aus 66 Meter Gipfelhöhe den Kreuzberg hinab

Von Weitem hört man die vielen Kinder, die auf dem Hang im Viktoriapark rodeln. Der Park hat mit dem 66 Meter hohen Kreuzberg Berlins höchste innerstädtische Erhebung. Immer wieder ziehen sie ihren Schlitten den Hügel hinauf und rutschen ihn schreiend wieder hinunter. Die Piste im Viktoriapark bietet optimale Bedingungen.
Aktuell kann die Kurz-Abfahrt durchaus gefährlich werden, wie diverse Videos in sozialen Netzwerken zeigen. Durch den vereisten Hügel wird das Rodel-Vergnügen schnell unkontrollierbar. Die Folge: hoffentlich harmlose Karambolagen, wie dieser kurze Clip zeigt:
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Volkspark Humboldthain: Alpines Feeling mitten in Mitte
Im Januar 2024 traf die Berliner Morgenpost auf Cansu und Ugur aus Wedding. Das Paar zog es mit ihrer kleinen Tochter Azra in den Volkspark Humboldthain. Das Mädchen quietschte jedes Mal, wenn die Familie gemeinsam den kleinen Abhang im Ortsteil Gesundbrunnen hinabfuhr.

Die Piste auf der Südseite des Parks sei perfekt für kleine Kinder, befand Mutter Cansu. „Er hat wenig Neigung und es gibt keine Hindernisse, die gefährlich werden könnten“, sagte sie. Tatsächlich bietet die Fläche sowohl ausreichend Platz in der Breite als auch in der Länge. Die Abfahrt ist also lang genug, um ordentlich Geschwindigkeit aufzubauen.
Der „Berg“ ruft in Friedrichshagen: Die Mini-Piste im Hirschgartendreieck
Der etwa acht Meter hohe Rodelberg im Hirschgartendreieck im Ortsteil Friedrichshagen in Treptow-Köpenick ist eher etwas für kleinere Kinder. Dort können diese mit Blick auf einen Fußballplatz direkt daneben circa 30 Meter weit rodeln.

Praktisch: Dort rodeln Kinder auf einem zugeschneiten Wiesenboden. Wer dort auf die Nase fällt, landet weich. Zudem ist der Auslauf geschmeidig und nicht gefährlich. Wer möchte, kann auch auf der etwas steileren Rückseite des Hügels herunterrutschen. Dort allerdings ist der Untergrund etwas sandiger und ruckeliger.
Rodelberg Fischtal: Schlittenspaß in Zehlendorf
Auch auf dem Rodelberg im Fischtalpark kommen vor allem kleine Kinder auf ihre Kosten. Die Hänge sind nicht sehr steil. Der Hauptrodelhügel mit Startrampe endet kurz vor einem kleinen Teich.

Ideal für „Fahranfänger“: In einer Senke gibt es noch zwei kleinere Rodelpisten zum Üben. Auf der großen Rodelbahn mit 150 Meter Länge befindet sich eine kleine Rechtskurve – ideal für etwas anspruchsvolleren Rodelspaß.
Teufelsberg: Wo Berlins einziges Ski-Weltcup-Rennen stattfand

Die bekannteste Wintersportpiste in Berlin führt herab vom Teufelsberg. Seinen Titel als höchste Erhebung Berlins hat der Trümmerberg (120 Meter über Normalnull) zwar 2015 verloren. Aber weil die Arkenberge (122 Meter) in Blankenfelde abgezäunt sind, bleibt die Erhebung im Grunewald Berlins rasanteste Piste.
Mit 400 Meter ist sie zudem auch die zweitlängste der Hauptstadt. Nur die vom Spandauer Hahneberg ist mit 500 Metern länger – aber weniger steil. Auf dem Drachenberg nebenan gibt es zahlreiche kleinere Abfahrten.

Wintersport hat auf dem Teufelsberg übrigens Tradition. Von 1963 bis 1972 gab es in der Nähe sogar einen Skilift und Schneekanonen. Allerdings musste die Anlage wieder abgebaut werden, weil die Metallmasten den Empfang der amerikanischen Abhörstation störten.

1986 fand dort noch ein weiteres Wintersport-Event statt. Die Ski-Elite traf sich bei einem offiziellen Weltcup-Rennen. Im strömenden Regen beobachteten 13.000 Zuschauer, wie der österreichische Olympiasieger Leonhard Stock gewann. Das blieb allerdings ein einmaliges Event bisher. Rodler hingegen können in den kommenden Tagen Berlins Pisten immer wieder herunterrodeln.





