Felix Schönebeck von der Initiative „I love Tegel“ hatte einen Plan: Das seit zwei Jahren geschlossene Strandbad Tegel als öffentliche Badestelle für die Menschen zumindest diesen Sommer zu öffnen. Er hatte im Vorfeld von zwei befreundeten Unternehmern Unterstützung zugesichert bekommen – Manuel Antony würde mit seiner Firma die Reinigung sowie die Leerung der Mülleimer übernehmen, Friedrich Winter zwei mobile WC-Anlagen bereitstellen. Und das alles kostenfrei.

„Uns liegt das Strandbad am Herzen“, sagt Schönebeck, der, wie Antony und Winter, oft dort schwimmen war. Dazu soll es nicht kommen: Das Strandbad Tegel bleibt auch in diesem Sommer geschlossen.

Felix Schönebeck hatte sich akribisch vorbereitet, einen strukturierten Plan erarbeitet, den er bei den Berliner Bäder-Betrieben (BBB) vorgelegt hatte. Nach dem kurzfristig vereinbarten Treffen bei Bäder-Chef Andreas Scholz-Fleischmann war Schönebeck noch zuversichtlich.

Senat soll zustimmen

Scholz-Fleischmann freute sich über so viel Engagement, versicherte, dass er einer Öffnung nicht im Wege stehe, solange der Senat zustimme. Denn geklärt werden musste das Aufstellen der mobilen Toilettenanlagen, da diese in einem Trinkwasserschutzgebiet gestanden hätten. Ebenso galt es zu klären, ob kurzfristig das Strandbad als öffentliche Badestelle für Gäste kostenfrei geöffnet werden kann. Denn das hieße: Baden auf eigene Gefahr.

„Nach dem Treffen haben wir uns mit den Plänen an die von den Bäder-Betrieben benannten Ansprechpartner bei der Senatsverwaltung für Umwelt gewandt. Beide waren weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar. Der erste zuständige Mitarbeiter verwies per Abwesenheitsnotiz auf einen anderen, dieser wiederum auf den ersten. Ein Musterbeispiel für Verwaltungspingpong“, sagt Schönebeck verärgert. Auf erneute Nachfrage bei den Berliner Bäder-Betrieben erhielt er die Kontaktdaten eines dritten Mitarbeiters der Umweltverwaltung. In dieser Antwort heißt es, dass das Aufstellen der Toilettenanlagen möglich sei.

Dieser Vorschlag, des Öfteren vorgetragen vom Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen (CDU), wurde bislang aufgrund des Trinkwasserschutzgebietes immer abgelehnt, obwohl in unmittelbarer Nähe Toilettencontainer stehen. „Damit ist ein zentrales Gegenargument vom Tisch“, freut sich Schönebeck.

Allerdings heißt es seitens der Umweltverwaltung: „Solange es nicht zu einer Änderung der für den Betrieb des Strandbads relevanten rechtlichen Grundlagen kommt, sind die BBB für das Gelände des Strandbads Tegel weiterhin verantwortlich“. Die Berliner Bäder-Betriebe aber hatten beim Gespräch erklärt, dass sich Schönebeck an die Umweltverwaltung wenden solle, da man selbst nichts zu entscheiden habe. „Es ist genau das eingetreten, was wir befürchtet hatten. Eine schnelle Lösung und kurzfristige Öffnung will man mit endlosen Verwaltungs- und Prüfungsverfahren unmöglich machen“, sagt Schönebeck genervt.

Aufgeben will er nicht. Gemeinsam mit Tim-Christopher Zeelen will er einen Ideenwettbewerb starten, damit neben allen Bemühungen für eine kurzfristige Lösung auch die Zukunftsperspektive des Strandbads weiter vorangetrieben wird.

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