Im Prozess um den Tod der 21-jährigen Pferdewirtin Christin R. hat der Hauptangeklagte auch bei seinen letzten Worten vor der Urteilsverkündung seine Schuld bestritten. Er sei als „skrupellos und kriminell“ beschrieben worden, sagte der 26-jährige Robin H. „Das bin ich nicht!“
Angeklagt wegen gemeinschaftlichen Mordes vor einem Moabiter Schwurgericht sind neben Robin H. und dessen Mutter Cornelia H. drei weitere Personen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Robin H. für seine damalige Freundin Christin R. Lebensversicherungen abschließen ließ, um nach ihrem Tod die Versicherungssummen von rund 2,5 Millionen Euro zu kassieren.
Robin H. bestreitet das. Er habe bei seinem Vorhaben, einen eigenen Pferdehof erfolgreich zu führen, jederzeit mit finanzieller Unterstützung rechnen können, sagte er am Donnerstag. Zeuginnen hätten das vor Gericht bestätigt. „Auch dass es dabei um siebenstellige Summen hätte gehen können. Ich hatte also keine Veranlassung, Christin aus Habgier zu töten.“
Ehemalige Geliebte von Robin H. bereut ihre Tat
Die Angeklagte Tanja L., eine ehemalige Geliebte von Robin H., hatte schon vor Monaten vor Gericht die mutmaßlichen Mordpläne und ihre eigene Beteiligung beschrieben.
Sie sagte am Donnerstag: „Ich habe mir alle Mühe gegeben, das Geschehene so zu schildern, wie ich es erlebt habe.“ Sie bereue zutiefst, was sie getan habe und dass sie ihren Bruder und dessen Bekannten Steven Mc A. da mit hineingezogen habe. „Ich wünschte mir, anstelle von Christin da unten zu liegen“, sagte sie.
Angeklagte nennt Messerattacke „Blackout“
Die 57-jährige Cornelia H. ging noch einmal auf eine von ihr verübte Messerattacke gegen Christin R. am 9. April 2012 ein. Dabei soll es sich bei ihr um einen Blackout gehandelt haben. Das Verfahren wurde damals eingestellt. „Ja, das habe ich getan“, sagte sie am Donnerstag und ergänzte, an das Gericht gewandt: „Aber glauben Sie im Ernst, dass ich anschließend versuchen wollte, Christin umzubringen? Jeder vernünftige Mensch hätte mich doch als Erste verdächtigt.“ Sie sei, was die Mordversuche und den Mord an Christin betreffen, absolut unschuldig. Das betreffe auch ihren Sohn: „Robin ist Opfer einer eifersüchtigen, berechnenden Frau geworden“, sagte sie – und meinte damit die 29-jährige Tanja L.
Tanja L.s Bruder, der 25-jährige Sven L., der den Mörder geworben haben soll, verzichtete auf ein letztes Wort. Ebenso der 24-jährige Steven Mc A., der den Ermittlungen zufolge den Mord für ein Handgeld von 500 Euro ausgeführt haben soll. Steven Mc A. hatte das bestritten und angegeben, Robin H. habe den Mord eigenhändig begangen. Das Urteil wird am 29. Januar verkündet.
mim




