Die „Geschmackswerkstatt Colecomp“ von Andreas Langhals ist seit 26 Jahren eine Institution am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg. Wer seinen Laden für Haushaltswaren in der Wörther Straße betritt, sieht glänzende Töpfe aus Kupfer, helle Holzlöffel, matt gerommelte Metallschüsseln, mokkabraune Kaffeetassen, schwere Messer, schönes Besteck und jede Menge nützliche Küchenhelfer. „Wir verkaufen über 9000 Produkte, aber eigentlich sind es Gefühle“, erklärt er. Vom Verkaufsmarketing über Rabatte hält er gar nichts. Ebensowenig wie von „Hauptsache billig“.

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Plastik und Kunststoff muss man mit der Lupe suchen. Ein Mini-Teigschaber, das war’s. Auch Elektrogeräte sucht man vergeblich. Für Hobbyköche ist der Laden eine echte Fundgrube. Langhals setzt auf Qualität und vermittelt viel Kochwissen. Vor der Tür steht ein Kunstwerk aus 102 beschichteten Pfannen, die Kunden bei ihm gegen Eisenpfannen eintauschen konnten. Das schräge Werk hat es sogar in einen südkoreanischen Reiseführer geschafft. Schräg gegenüber verkauft Langholz Heimtextilien.

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Langholz hat eine klare Haltung, er steht für Nachhaltigkeit, kennt alle seine Produkte und deren Produzenten. „Es gibt hier nur Sachen, die wir selbst haben möchten“, erklärt er. Sein Geschäft beliefert auch große Hotels und Restaurants. Einen Online-Shop möchte er nicht, auch kein TikTok oder Instagram. Eigentlich ein Anachronismus, aber vielleicht das Erfolgsrezept seines Ladens.

Die Geschmackswerkstatt Colecomp am Kollwitzplatz ist seit 25 Jahren eine Institution im Kiez
Mehr als nur Haushaltswaren: Colecomp am Kollwitzplatz. Auch prominente Köche wie Kolja Kleeberg sind hier zu Gast.© FUNKE Foto Services | Florian Boillot

Große Markenhersteller hat Langhans abgewiesen

Große Hersteller wie Villeroy & Boch oder Alessi hat er abgewiesen, erzählt er bei einem Kaffee und einer Gauloise vor der Tür. Sein Vater hat ihm beigebracht: „Das Wichtigste, was Du können musst, ist, Nein zu sagen.“ Langholz macht am Nachmittag gern mal eine Flasche Wein auf und schenkt ein. Natürlich von einem befreundeten Winzer. Ein durchgegorener Riesling mit einer milden Säure. „Aber wir sind kein Weinladen“, betont er und lacht.

Andreas Langhals hat vier große Verwandlungen des Kollwitzkiezes miterlebt, hat Hausbesitzer, Studenten, Familien und Investoren kommen und gehen sehen. 2000 gab es nur eine Kneipe. Dann lockten günstige Mieten Studenten an. Dann kamen Investitionen aus Island und Griechenland, die die Häuser kauften. Ein anderes Bild entstand. Dann kamen Bundestagsangestellte und Lobbyisten, es wurden immer mehr Eigentumswohnungen. Eltern mit Kindern kamen und gingen. Die Mietpreise seien so stark gestiegen, dass Familien sie sich eigentlich nicht mehr leisten können, so Langhals. Die Kita um die Ecke hat 25 Prozent Leerstand. Unsichere Zeiten.

Die nächste Generation steht schon bereit

Die Nachfolge für das Colecomp ist gesichert. Langhals’ Sohn Konstantin, genannt Charly, steht mit im Laden, macht eine Ausbildung, um den Betrieb später zu übernehmen.

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