Pankow ist Berlins Boom-Bezirk – und wird es bleiben. Schon jetzt zählt er über 400.000 Einwohner. Und mit der Vielzahl an geplanten Wohnquartieren im Norden des Bezirks sollen hier in den nächsten Jahren viele Tausende weitere Menschen ihr Zuhause finden. Um ansässige wie neue Einwohner auf dem Weg von A nach B nicht an den Rand der Verzweiflung zu treiben, braucht es dabei zwingend neue, leistungsfähige ÖPNV-Verbindungen. Eine Schlüsselrolle spielt die geplante Straßenbahn-Tangente zwischen Pankow, Heinersdorf und Weißensee. Insbesondere vor dem Hintergrund des Zukunftskiezes Pankower Tor auf dem 40 Hektar großen Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Pankow.

Donnerstag
Mein Pankow-Newsletter
Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter zu Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Sobald der zähe Kreuzkröten-Streit zwischen Investor Kurt Krieger und dem Land Berlin auf der einen und Umweltschützern auf der anderen Seite überstanden ist, sollen hier unter anderem 2000 Wohnungen entstehen. Um dem vermehrten Menschenaufkommen in dem Gebiet mit ohnehin schon großer Verkehrsbelastung gerecht zu werden, fordert die Grünen-Abgeordnete Oda Hassepaß die zügige Weiterplanung der Straßenbahn-Tangente. Auf der Strecke soll die Tramlinie 54 die aktuelle Buslinie X54 ersetzen. „Und zwar so, dass sie zügig und möglichst ungehindert vom Kfz-Verkehr dafür sorgt, dass die Menschen“ sicher unterwegs sein können, so Hassepaß.
Auch interessant
Tram soll die Tangente ab 2031 befahren – doch es gibt viele Herausforderungen
Auf die Frage nach dem aktuellen Zeitplan für die Straßenbahnneubaustrecke spricht die Senatsverkehrsverwaltung von begonnener Entwurfsplanung. Der Beginn des Planfeststellungsverfahrens wird für das Jahr 2027 avisiert. Die Inbetriebnahme der laut Senat 5,1 Kilometer langen Straßenbahn-Tangente soll nach jetzigem Stand vier Jahre später folgen, also 2031.
Warum es bis dahin komplex bleibt, zeigt der Blick auf städtebauliche und strukturelle Planungen, die sich räumlich und zeitlich mit dem ÖPNV-Bauvorhaben überschneiden. Der Senat spricht von „Abhängigkeiten“, und zwar „in allen Abschnitten“ des Projekts. Sie bestünden „mit Beginn der Planung und bis zur Inbetriebnahme durch alle Leistungsphasen“. Sprich: Auf dem Weg zur geplanten Fertigstellung der Tram-Verbindung im Jahr 2031 gibt es reichlich Hürden.
Entdecken Sie mehr Artikel zu Bauprojekten in Pankow
- Herber Rückschlag für Pankower Tor: Senat nimmt Bescheid zurück
- Neue Wohnungen am Thälmann-Park: Bezirk hofft auf „Bau-Turbo“
- Konflikt um Knaack-Klub: Werden Bezirk und Planer sich einig?
- Wettbewerb entschieden: So soll der Blankenburger Süden aussehen
- Neues Stadtquartier Elisabeth-Aue: Das sind die 4 Siegerentwürfe
- Weg frei für Bauprojekt: Breite Straße bekommt neues Quartier
- Drei Straßenbahn-Projekte für Pankow: Hier wächst das Streckennetz
Fragen bei der Verkehrsführung offen – „keine endgültigen Aussagen möglich“
Genannt werden ein gemeinsamer Planungsbereich mit einem Straßenbauprojekt im Verkehrsknoten Rennbahnstraße sowie im Verkehrsknoten Romain-Rolland-Straße/Rothenbachstraße. Außerdem die Arbeiten im Zuge der Verlängerung der Tram-Linie M2, die für das größte geplante Wohnquartier des Bezirks, den Blankenburger Süden mit bis zu 8000 Wohneinheiten, von großer Bedeutung ist. Und nicht zuletzt die Planungen zum Pankower Tor selbst, da sich die neue Straßenbahn-Tangente mit mehreren Bebauungsplangebieten des Zukunftsquartiers überschneidet.

Auch bei der künftigen Verkehrsführung der Tramlinie sind noch Fragen offen. Hassepaß verweist beispielhaft auf den Wischbergeweg, wo die Vorzugsvariante der Vorplanung keine Ein- und Ausfahrten in die Romain-Rolland-Straße vorsieht. Der Senat bremst: „Abschließende belastbare Ergebnisse“ einer Verkehrsuntersuchung lägen noch nicht vor. Daher seien „noch keine endgültigen Aussagen“ möglich. Allerdings strebt die Senatsverwaltung an, die Straßenbahn „vom motorisierten Individualverkehr getrennt, möglichst im Grüngleis zu führen“. So sollen Behinderungen weitgehend verhindert werden.






