Es könnten die letzten heißen Sommertage sein, die Anwohner mit einem Kaffee auf dem „Sonnendeck“ genießen können. Denn in dieser Woche ist die Entscheidung zu Pankows bekanntester Brache gefallen: Stadt und Investor haben den städtebaulichen Vertrag für das Bauvorhaben an der Breite Straße unterschrieben – und gehen damit einen wichtigen Schritt im weiteren Bauprozess.

Donnerstag
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Jahrelang überlegte man, wie man die große Freifläche bebauen wolle. Dass gebaut wird, war lange klar. „Die Bürgerinnen und Bürger Pankows warten schon viele Jahre darauf, dass das ehemalige Kaufhallengrundstück mit einer ansprechenden Architektur bebaut und damit eine wichtige Lücke am Pankower Anger geschlossen wird“, erklärte Bezirksstadtrat Cornelius Bechtler in dieser Woche. Das neue Quartier sehe er als „echte Bereicherung“ für das Pankower Zentrum.
Breite Straße in Pankow: Grünes Idyll weicht neuen Wohnungen
Wo heute Hunde spielen und Anwohner in der Holzhütte des „Kiez Kaffee Kraft“ Getränke und Kuchen genießen, soll künftig ein neues Wohnquartier entstehen. Der Bezirksstadtrat spricht von einem lebendigen Ort mit gastronomischen Einrichtungen und Wohnungen für die Menschen im Kiez. Im Zentrum der Neubauten soll ein kleiner Stadtplatz liegen, der – ebenso wie der benachbarte Bleichröder Park – zum Verweilen einlädt.

Die Pläne der Architekten zeigen drei moderne Gebäude in unterschiedlichem Baustil. Direkt an der Schulstraße soll ein L-förmiger Bau entstehen, der das bestehende Haus an der Schulstraße 6 eingliedert. Optisch passen die neuen Gebäudeteile sich an den Altbau-Stil der Nummer 6 an, mit einigen modernen Anpassungen. So sind auf dem Entwurf zahlreiche Balkone zu sehen, begrünte Flachdächer und bis zu sechs Etagen, in denen künftig 70 bis 120 Wohnungen Platz finden sollen.
An der Breite Straße 35 entstehen dort, wo aktuell das „Kiez Kaffee Kraft“ seinen Standort hat, zwei Flachbauten mit bis zu vier Geschossen. Deren Optik planen die Architekten deutlich zeitgenössischer, die unterste Etage ist jeweils als Glasfassade gestaltet. Hier sollen sich Büros, Einzelhandel und Gastronomie ansiedeln.
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Aus für den Holz-Pavillon – aber beliebtes Café kann bleiben
Somit gibt es endlich einen konkreten visuellen Plan für das Gelände, auf dem noch bis 2012 die alte DDR-Kaufhalle stand. Nachdem diese abgerissen wurde, lag die Fläche größtenteils brach. Mit dem Holz-Pavillon und dem Einzug des Cafés entwickelte sich die Rasenfläche zu einem erholsamen Anlaufpunkt für Anwohnende. Von vorneherein war jedoch klar, dass der Holzbau nur übergangsweise stehen würde.

Doch auch, wenn der Pavillon ein Ablaufdatum hat – vom Café müssen sich die Menschen im Kiez vermutlich nicht verabschieden. Seitens des Grundstückeigentümers ANH Hausbesitz heißt es, man freue sich „jetzt Gespräche mit potenziellen Mietern wie zum Beispiel dem beliebten Kiez Kaffee Kraft“ zu konkretisieren. Scheint, als könnte es eine Zukunft für den Café-Standort geben.
Noch in diesem Jahr soll eine Bürgerbeteiligung zum neuen Quartier stattfinden. Der Bau dürfte demnach frühestens 2026 starten.





