Es ist eine der prägnantesten Antworten, die ein Berliner Bezirk auf einen Krieg geben kann. Und in Pankow soll die Verurteilung des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober für immer sichtbar sein: durch einen Platz, benannt nach der israelischen Partnerstadt Ashkelon. Mitten in Prenzlauer Berg soll die Solidarität mit dem jüdischen Staat ein unübersehbares Ausrufezeichen bekommen. In einem bislang namenlosen, kleinen Park östlich der Danziger Straße wird der Beistand und das Gedenken an über 1000 ermordete Juden konkret. Sobald der Plan eine Mehrheit bekommt.
Und das dürfte recht bald geschehen. Diese Benennung eines Platzes nach Ashkelon soll bereits in der kommenden Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 15. November beschlossen werden. Schon für diesen Mittwoch hat ein breites Bündnis an Fraktionen aus Grünen, CDU, Linke, SPD und FDP den entsprechenden Antrag auf die Tagesordnung gesetzt.
Israel-Platzbenennung soll auch Hetze gegen Juden in Berlin verurteilen

„Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow bekräftigt ihre klare Verurteilung der terroristischen Angriffe von Hamas und Hisbollah auf den Staat Israel und seine Bevölkerung sowie jede Form antisemitischer oder israelfeindlicher Hetze, Aggression und Gewalt in Berlin und Pankow“, heißt es in der Drucksache. An einer breiten Mehrheit besteht schon jetzt kein Zweifel. Fraglich scheint nur, wie schnell das Bezirksamt Pankow den Wunsch einer Platzwidmung umsetzen kann. Der ist denkbar einfach und lautet konkret so:
„Um ein klares Zeichen der uneingeschränkten Solidarität und tiefen Verbundenheit mit den Menschen in Israel und insbesondere der Partnerstadt Ashkelon zu setzen sowie um die fast 30-jährige Städtepartnerschaft mit Ashkelon im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und zu verankern, wird das Bezirksamt ersucht, eine unbenannte öffentliche Grünanlage, gelegen zwischen Diesterweg-/Danziger-/Ella-Kay-Straße und unweit der Fröbelstraße, nach der Partnerstadt in „Ashkelon Platz“ zu benennen.“
Pankows Verordnete widmeten auch Freunden in der Ukraine einen Ort
Um die Widmung zu vollziehen, soll möglichst bald eine sichtbare Hinweistafel mit dem Namen und Informationen zur Partnerstadt Ashkelon mitten auf einem Platz der frisch sanierten Grünanlage entstehen.

Als konkreten Anlass für den Schritt nimmt das bunte Parteien-Bündnis die terroristische Attacke der Hamas – von der die Frontstadt Ashkelon im hohen Maße betroffen war. „Seit dem 7. Oktober 2023 steht Israel und insbesondere die Städte und Kibuzzim in der Nähe des Gazastreifens unter Beschuss der terroristischen Angriffe von Hamas und Hisbollah, über 200 Israelis wurden als Geiseln genommen, mehr als 1.000 grausam ermordet“, betonen die Lokalpolitiker in ihrem Antrag. Man fühle sich „in tiefer Verbundenheit an der Seite der Menschen in Israel, insbesondere in unserer Partnerstadt Ashkelon, unweit der Grenze zum Gazastreifen“.
Pankows Verordnete sind mittlerweile geübt, auf internationale Konflikte durch Platzwidmungen zu reagieren. Erst vor wenigen Monaten entstand in Prenzlauer Berg nahe der Michaelangelostraße ein Platz zu Ehren der neuen ukrainischen Partnerstadt Riwne.



