„Die Flut der Spenden ist vorbei“, sagt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) aus Pankow nach einem Besuch der Partnerstadt Riwne in der Ukraine. Corona, Krieg und jetzt das Erdbeben in der Türkei und Syrien: Eine Vielzahl an Krisen fordert die Aufmerksamkeit der Menschen. Gleichzeitig braucht die Ukraine weiter dringend Unterstützung. Die will der Berliner Bezirk jetzt auf eine neue Basis stellen.

„Die Menschen benötigen alles, was man zum Leben braucht“, sagt Benn unter dem Eindruck seines Besuchs in der Ukraine. Weil die Unterstützungsbereitschaft langsam nachlasse, müsse die Abhängigkeit von spontanen Spenden jetzt reduziert werden, um einen stetigen Zufluss an Hilfsgütern sicherzustellen. Darum wolle man in Pankow nach Partnern für Organisationen in Riwne suchen. So könnten Schulen etwa Bildungseinrichtungen in dem Land unterstützen, Firmen andere Unternehmen vor Ort.

Pankow sucht Partner für ukrainische Stadt Riwne im Bezirk

Knapp eine Woche weilte der Bezirksbürgermeister aus Berlin vor Ort, war nach eigenen Angaben der erste internationale Gast seit Corona-Krise und Ausbruch des Krieges in der 250.000-Einwohner-Stadt. Er zeigt sich tief beeindruckt, wie sich Bevölkerung und Armee unterstützen. „Die Menschen sind fest entschlossen, den Kampf auf keinen Fall verloren zu geben“, sagt Sören Benn.

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Besucht hat er vor Ort unter anderem eine Schule, deren Kinder bei Luftalarm in einem Bunker unter dem Gebäude unterrichtet werden. Regelmäßig üben sie dort, wie im Fall einer Evakuierung vorzugehen ist. Weil in dem Bunker genug Platz für alle Kinder ist, schaltet sich der Rest online zum Unterricht dazu. „Mitschüler kümmern sich um die Kinder, deren Väter gefallen sind“, so der Bezirksbürgermeister.

Soldaten und Sandsäcke zur offiziellen Begrüßung vor dem Rathaus in Riwne: Sören Benn (Mitte, links) mit Oberbürgermeister Oleksander Tretyak.
Soldaten und Sandsäcke zur offiziellen Begrüßung vor dem Rathaus in Riwne: Sören Benn (Mitte, links) mit Oberbürgermeister Oleksander Tretyak. © BM | Pressestelle Riwne

In der Ukraine hat sich die Stadt im Nordwesten des Landes zu einem Zentrum für Flüchtlinge innerhalb des Landes entwickelt. Rund 20.000 Menschen sind dorthin gekommen, viele Firmen haben ihren Sitz dorthin verlegt. So wird dort unter anderem ein sogenannter International Humanitarian Hub aufgebaut, von dem aus Hilfsgüter aus aller Welt gesammelt werden. Rund 200 Menschen engagieren sich laut Benn dort, um die Güter in den Rest des Landes zu verteilen.

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„Ich bin gerührt, wie das alltägliche Leben weitergeht“, sagt Sören Benn. Obwohl Budget der Kommune für die Kriegsausgaben abgezogen worden sei, Busse des Nahverkehrs jetzt Soldaten an die Front transportieren und Straßen nicht mehr geflickt werden können, werde alles dafür getan, die Stadt am Laufen zu halten.

Und das, obwohl es auch in Riwne immer wieder Luftalarm gibt, mittlerweile ein Verteidigungsring um die Stadt aufgebaut wird, weil die Ukrainer einen Angriff von belarussischem Territorium fürchten. Angst hatte der Pankower Bezirksbürgermeister nach eigenen Angaben bei seinem Aufenthalt dennoch nicht. „Die Ruhe und Gelassenheit der Menschen überträgt sich“, zeigt sich Benn beeindruckt.

Hier können Sie Ukraine-Solidaritätspartnerschaft spenden

Wer Geld für die Ukraine-Solidaritätspartnerschaft des Bezirks Pankow spenden möchte, kann dies an dies hier tun. Auf Wunsch werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Bezirkskasse Pankow

IBAN DE06 1005 0000 4163 6100 01

Verwendungszweck: 0833000220971 / Ukraine-Riwne