Nach insgesamt drei Todesfällen beim Baden im Weißen See in diesem und im vergangenen Sommer hält das Bezirksamt Pankow an seinem Sicherheitspaket fest – und setzt vermehrt auf Beistand der Polizei. Der optisch auffälligste Schritt an den Ufern des Gewässers: Eine mobile Wache soll in den wärmsten Wochen des Jahres für Aufsicht sorgen, kündigt Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) an. „Auch der beauftragte Parkdienst ist eng mit eingebunden und spricht außerhalb des Strandbades badende Personen an und macht auf deren Fehlverhalten aufmerksam“, nennt sie einen nochmals verstärkten Fokus auf Regelverstöße im Wasser.

Schon zu Beginn der Woche, kurz nachdem ein 27-Jähriger am Sonnabend ertrunken war, hatten Polizei und Parkläufer etliche Schwimmer aus dem Wasser geholt. Wegen der Verkrautung durch Wasserpflanzen und möglichen Strömungen gilt das unbewachte Baden im Weißen See laut amtlicher Auffassung als lebensgefährlich.

Eine Einschätzung, die ein erheblicher Teil der Parkbesucher offensichtlich nicht teilt. Allein im vergangenen Sommer habe das Pankower Ordnungsamt bei 30 Einsätzen am Weißensee 118 Einsatzstunden geschoben, 3932 Wildbader angesprochen und 62 verwarnt oder angezeigt, verweist Anders-Granitzki auf die Zahlen. Aktuelle Bilanzen aus diesem Sommer liegen zwar noch nicht vor. Doch weitere Schwerpunkteinsätze mit dem örtlichen Polizeiabschnitt in Weißensee hat die Stadträtin schon beschlossen – vergangenen Sommer waren es elf.

Pankows Ordnungsstadträtin warnt: Völlige Kontrolle am Weißen See illusorisch

Laut amtlicher Einschätzung herrscht beim Baden an fast allen Ufern des Weißen Sees Lebensgefahr. Besucher stört das oft kaum.
Laut amtlicher Einschätzung herrscht beim Baden an fast allen Ufern des Weißen Sees Lebensgefahr. Besucher stört das oft kaum.© Berliner Morgenpost | Thomas Schubert

Weil Pankows Ordnungsamt insgesamt nur über 40 Kräfte verfügt, die einen auch flächenmäßig besonders großen Bezirk betreuen, hält sie die komplette Kontrolle für ausgeschlossen. „Unfälle lassen sich nicht immer vermeiden. Umso wichtiger ist es, seine eigenen Schwimmfähigkeiten richtig einzuschätzen und sein Verhalten entsprechend anzupassen. Mein klarer Appell lautet daher: Baden Sie grundsätzlich nur im Bereich der überwachten Badestelle. Achten Sie, insbesondere wenn Sie in Gruppen unterwegs sind, aufeinander.“

Auch wenn Kontrollen weiter nur stichprobenartig erfolgen, sehen Anrainer wie das Restaurant Milchhäuschen Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr. „Auch die Probleme mit unangeleinten Hunden werden endlich verfolgt“, lobt Oswald Wachenbrönner die verstärkte Präsenz von Ordnungskräften. Und wünscht sich von Polizei und Bezirk jetzt noch eine geschicktere Terminierung der Einsätze: „Von Montag bis Freitag ziehen sie oft Leute aus dem Wasser. Aber am Wochenende ist es wild. Da passiert leider viel zu wenig.“

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