Drohendes Aus

Prenzlauer Berg: 6775 Fans wollen das „Blackland“ retten

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Ein Versicherungsstreit nach einem Brandschaden in der Metal-Bar "Blackland" in Prenzlauer Berg könnte die endgültige Schließung bedeuten - nun spricht der Bürgermeister.

Ein Versicherungsstreit nach einem Brandschaden in der Metal-Bar "Blackland" in Prenzlauer Berg könnte die endgültige Schließung bedeuten - nun spricht der Bürgermeister.

Foto: Thomas Schubert / Berliner Morgenpost

Promis wie Sophia Thomalla kämpfen für die Sanierung der Metal-Bar, wo auch Rammstein-Stars das Glas erhoben. Nun gibt es Hoffnung.

Berlin.  Pechschwarz und gemütlich, ein Hort für Freunde der Metal-Musik, so kannte man das „Blackland“. Eine Kult-Bar wie es sie in Prenzlauer Berg nur noch sehr selten gibt. Seit einem Brand im Sommer 2021 sind die beschädigten Räume allerdings geschlossen. Und in einer Online-Petition des Betreiberteams um Freddy Gantenberg deutet sich an, dass die Probleme viel gravierender sind, als Außenstehende wussten. Worum es in der Petition geht: das endgültige Aus verhindern.

Und das steckt dahinter: Der Schaden an der Innenausstattung sei zwar von der Versicherung des Betreibers Freddy Gantenberg, auch Freddy Blackland genannt, in voller Höhe erstattet worden. Jedoch hänge die Regulierung des Schadens bei der Feuersozietät Berlin-Brandenburg, wo das Bezirksamt Pankow die Immobilie versichert hat, fest, beklagen die Mitstreiter Jan Redmann und Mickaël Pasquier in der Begründung ihrer Petition.

Sie fürchten, dass eine Reparatur und Wiedereröffnung der Kneipe so verhindert wird. „Zudem strebt die Bezirksverwaltung eine Beendigung des Mietvertrags“, lautet die Behauptung.

Pankows Bürgermeister will Versicherungsstreit um das „Blackland“ beenden

Eine falsche Einschätzung, erwidert nun Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke) auf Anfrage. „Oberstes Ziel des Bezirksamtes ist die Wiederherstellung und Nutzbarmachung des Mietgegenstandes“, stellt er klar. „Das Bezirksamt Pankow strebt derzeit nicht die Beendigung des Mietvertrages an.“

Was die Regulierung des Brandschadens anbelangt, schildert Benn einen Konflikt mit dem „Blackland“-Betreiber-Team und hofft auf eine schnelle Klärung: „Bezüglich der Übernahme der Kosten zur Wiederherstellung des Pubs gab und gibt es zwischen den Versicherungen des Mieters und des Vermieters Unstimmigkeiten“, heißt es dazu. In weiteren Gesprächen soll nun eine Lösung her.

Metal-Kneipe in Prenzlauer Berg: Fans drängen auf Sanierung des „Blackland“

Anstatt eine Schließung vorzubereiten, wie „Blackland“-Fans befürchten, stellt das Bezirksamt Pankow eine positive Prognose: „Ein Teil der erforderlichen Arbeiten wurde bereits ausgeführt“, berichtet Bürgermeister Benn, der auch für bezirkliche Immobilien die Zuständigkeit besitzt.

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Somit sieht er sich auf einer Linie mit derzeit über 6700 Unterstützern der Petition mit dem Titel „Das Blackland muss erhalten bleiben“. Dort heißt es zur Hoffnung auf einen Neustart der Räume im DDR-Plattenbauensemble am Ernst-Thälmann-Park: „Es würde uns ein Stein vom Herzen fallen, wenn wir im Bestreben unsere liebgewonnene Blackland Bar zu retten und zu erhalten Unterstützung bekommen. Bitte lasst diesen Ort nicht tatenlos aussterben und unterzeichnet“.

Regina Halmich, Evil Jared und Sophia Thomalla bekennen sich zur Kult-Bar

Diese Forderung verbreiten bei Facebooks und anderen sozialen Medien auch Prominente wie Box-Star Regina Halmich, Ex-Bloodhound-Gang-Bassist Evil Jared und Sophia Thomalla, die frühere Freundin von Rammstein-Sänger Til Lindemann, der im Blackland gern eingekehrt sein soll. „Das Blackland ist wie Berlin“, meint Thomalla. „Es ist egal, wie du aussiehst oder woher du kommst. Bei Freddy am Tresen sind alle gleich. Das Blackland muss bleiben.“

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