Bußgelder verhängt

Pankow: Streife holt Wildbader bei Regen aus dem Weißen See

| Lesedauer: 2 Minuten
Sergej Glanze und Philipp Siebert
Leicht verhagelter Einsatz: Pankows Stadträtin Manuela Anders-Granitzki mit dem Ordnungsamt und der Polizei im Park am Weißen See. Vier Schwimmer holten sie selbst bei Regenwetter aus dem Wasser.

Leicht verhagelter Einsatz: Pankows Stadträtin Manuela Anders-Granitzki mit dem Ordnungsamt und der Polizei im Park am Weißen See. Vier Schwimmer holten sie selbst bei Regenwetter aus dem Wasser.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Nach zwei Bade-Toten zeigten Polizei und Ordnungsamt Pankow Präsenz. Nur die Klientel, die man erreichen wollte, blieb im Trockenen.

Berlin. Eigentlich wollten der Bezirk Pankow und die Berliner Polizei am Freitag am Weißensee mit den Wildbadern aufräumen, die schon seit Wochen für Ärger sorgen. Das Gewitter machte den 15 Beamten des Ordnungsamts und der Berliner Polizei rund um Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) allerdings einen Strich durch die Rechnung. Denn fast keiner war da, den man bei Regen und 17 Grad beim illegalen Schwimmen erwischen konnte – zumindest kaum Menschen.

Insgesamt habe man vier Wildbader angesprochen und zum Teil Bußgelder verhängt, sagte Anders-Granitzki nach der Aktion. Auch die Besitzerin eines Hundes, der im Wasser Abkühlung suchte, handelte sich den Ärger der Ordnungshüter ein. Auch Radfahrerinnen und Radfahrer sowie E-Scooterfahrer mussten sich einige Belehrungen gefallen lassen.

Pankows Ordnungsstadträtin: „War nicht der Einsatz, wie wir ihn vorbereitet haben“

„Es hatte ein bisschen etwas von einem Betriebsausflug“, räumte die Stadträtin im Nachgang ein. „Es war nicht der Einsatz, wie wir ihn vorbereitet haben.“ Der plötzliche Kälteeinbruch ließ das Problem, das seit Wochen für Ärger am Weißensee sorgt, am Freitag verschwinden. Der Einsatz, der im Vorfeld geplant und mit Sonderschichten vom bezirklichen Personalrat genehmigt worden sei, habe wegen des Planungsaufwands dennoch stattgefunden, so Anders-Granitzki weiter – wenn auch nur zwei Stunden und nicht wie geplant von 15.30 bis 21 Uhr.

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Schon seit Wochen sind Wildbader am kleinen Gewässer in Berlins Nordosten nicht nur ein Problem für die Umwelt. Sie bringen sich aktiv in Gefahr – „Lebensgefahr“, wie es in feuerroter Schrift auf einem Warnschild am Ufer heißt, das allerdings weitgehend ignoriert wurde. Die Schlingpflanzen im See wurden womöglich einem der beiden jungen Männern bereits zum Verhängnis: Am 18. Juni ertrank ein 17-Jähriger. Eine Woche darauf wurde die Leiche eines 26-Jährigen vom Grund des Sees geborgen.

Parkbesucher sollen Freikarten für das Strandbad Weißensee bekommen

Ordnungsstadträtin Anders-Granitzki plante ursprünglich, am Freitag Freikarten für das Strandbad Weißensee zu verteilen, was allerdings nicht geschah. Diese Maßnahme, das Baden in kontrollierte und legale Bahnen zu leiten, solle allerdings nachgeholt werden – bei hoffentlich besserem Wetter.

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