Berlin-Buch

Diebe stehlen Kupfer vom Dach der Schlosskirche

Bereits zum zweiten Mal haben sich Kupferdiebe am Dach der evangelischen Barockkirche von Berlin-Buch zu schaffen gemacht. Die Reparaturkosten dürften mehrere Tausend Euro betragen.

Foto: keseling

Am Dienstag hatten sie noch Martinstag gefeiert. Einer dieser Abende sei es gewesen, sagt Pfarrerin Cornelia Reuter, an dem die Schlosskirche Buch ein Beispiel gab dafür, was Kirche sein soll: ein Ort für alle. Familien füllten den Kirchenraum, Kinderlachen, Füßescharren, Kerzenschein. Ein Gefühl von Gemeinschaft. Wenige Stunden später kamen die Diebe und fielen über das Kirchendach her. Anders kann man das Bild kaum beschreiben, das sich den Besuchern des Kirchhofes Alt-Buch am folgenden Morgen bot. „Überall lagen herausgerissene Baumaterialien über die Wege und Gräber verstreut“, sagt die Pfarrerin.

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr haben Diebe sich am Kupferdach der evangelischen Barockkirche von Berlin-Buch zu schaffen gemacht. „Im Februar verursachten sie am hinteren Teil der Kirche einen Schaden von rund 25.000 Euro“, sagt die Pfarrerin. Wie hoch die Reparaturkosten nach der jüngsten Attacke ausfallen werden, weiß sie noch nicht. „Diesmal sind die Zerstörungen am Dach größer. Offenbar sind die Diebe sehr hektisch vorgegangen und auch gestört worden.“

Cornelia Reuter deutet auf herabhängende Kupferteile, die von der roten Barockfassade mit ihren weißen Pilastern herabhängen. Die Diebe seien an einem filigranen Blitzableiter auf das Dach geklettert. Die Pfarrerin schüttelt den Kopf. „Die Täter haben ihr Leben riskiert für ein paar Metallteile.“

Cornelia Reuter hofft, dass sich Zeugen finden, die die Tat beobachtet haben. Doch die Polizei hat ihr bisher wenig Hoffnung gemacht. Der vorige Diebstahl wurde noch nicht aufgeklärt. Für die Ermittler ist die Tat nur ein Metalldiebstahl unter vielen. Vielleicht ahnten die Diebe nicht einmal, dass sie eine Kirche schändeten, und zwar eine ganz besondere. Zum einen fehlt der Schlosskirche seit dem Zweiten Weltkrieg der Turm, zum anderen wirkt der Bau mit seiner Putzfassade fast wie eine große Bürgervilla.

So ähnlich war auch die Idee, als der Bau im 18. Jahrhundert anstelle der alten Dorfkirche errichtet wurde, am Rande des Schlossparks der Grafen von Voss. Das Gebäude wurde zwar im Jahr 2000 saniert, doch für den Turm fehlt bisher das Geld. 2007 gründete sich ein Förderverein, denn die Kirche spielt innerhalb des Ortsteils Buch eine wichtige Rolle. „Hier gibt es praktisch jeden dritten Tag Veranstaltungen“, sagt Heinz Marciniak, Mitgründer des Fördervereins. „Neben Gottesdiensten sind das auch Lesungen und Konzerte.“ Bei einem Benefizkonzert am gestrigen Sonnabend wurden nun erste Spenden für die neuerliche Dachreparatur gesammelt. „Beim letzten Mal konnten wir die Reparatur großenteils über private Spenden bezahlen“, sagt Pfarrerin Reuter – und hofft, dass dies nun auch ein zweites Mal gelingt.

Spendenkonto:

Ev. Kirchengemeinde Buch

IBAN DE 70 2106 0237 0024 5921 45

Stichwort „Kirchendach“

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