Sauberkeit

Teurer Müll am Straßenrand: Neukölln ruft zum Putzen auf

Neukölln muss Millionen ausgeben, um illegal an Straßen abgeladenen Müll zu entsorgen. 800 Tonnen waren es im Jahr 2015.

Müll in Neukölln am Straßenrand abgelegt

Müll in Neukölln am Straßenrand abgelegt

Foto: Steffen Pletl / BM

Neukölln will dem illegal abgeladenen Müll zu Leibe rücken. Das Bezirksamt startet gemeinsam mit seinen Partnern am 11. März um 11 Uhr mit einem Hoffest am Rathaus Neukölln den Start der Sauberkeitskampagne.

Kühlschränke, Fernseher, Matratzen, Sofas – einfach auf den Gehweg gestellt. Im Jahr 2015 hat die Berliner Stadtreinigung (BSR) im Auftrag des Ordnungsamts rund 800 Tonnen illegal abgelagerten Sperrmüll von Neuköllns Straßen entsorgt. Damit nimmt Neukölln einen unrühmlichen Spitzenplatz im Vergleich der Berliner Bezirke ein.

Millionen für Müllbeseitigung

Täglich gehen nach Angaben des Bezirksamtes bis zu 200 Meldungen über illegale Müllablagerungen im öffentlichen Straßenland ein. Die Beseitigung kostet den Steuerzahler Millionen. Allein für die Entsorgung von Bauschutt und Sondermüll und die Entfernung von „gefährlichen Abfällen“ oder von Müll und Vandalismusschäden in den Grünanlagen sind seit 2014 insgesamt 1,2 Millionen Euro aus der Bezirkskasse geflossen. Geld, das besser eingesetzt werden könnte – für Spielplätze, Kitas und Schulen.

Bis zu 5000 Euro Bußgeld können für illegale Müllablagerungen fällig werden, nur häufig gibt es ein Problem: Der Verursacher kann nicht festgestellt werden und die Ermittlungen laufen ins Leere. 2015 wurden 598 Verfahren eingeleitet, jedoch nur sieben mit Bußgeldbescheid beendet, weil kein Nachweis über die Täterschaft erbracht werden konnte. plet

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