Reaktionen

Grüne gegen Verbotsantrag für Al-Nur-Moschee

Der Bezirk Neukölln will ein Verbot des Trägervereins der Al-Nur-Moschee prüfen lassen. Beim Senat stößt das auf Zustimmung. Doch nicht alle sind damit einverstanden.

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Senatsinnenverwaltung hat das Votum des Neuköllner Bezirksparlaments für die Prüfung eines Verbots des Trägervereins der umstrittenen Al-Nur Moschee begrüßt. „Die Unterstützung aus Neukölln nehmen wir positiv zur Kenntnis“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte am Mittwoch einem CDU-Antrag zugestimmt, der das Bezirksamt auffordert, ein Verbot zu unterstützen.

Vor einem Verbotsverfahren warnen dagegen die Grünen in Neukölln. Fraktionschefin Gabriele Vonnekold verwies auf die hohen Hürden: „Religionen sind gut geschützt in Deutschland.“ Sollte ein Verbot scheitern, wäre die Situation keineswegs besser als vorher. Die Moschee werde ohnehin von Verfassungsschützern und Polizei überwacht. Sollte dies mit einem Verbot wegfallen, „könnte sich alles in dunkle Hinterzimmer verlagern – dann bekommt keiner mehr etwas mit“.

Zugleich warnte Vonnekold vor pauschalen Vorurteilen gegenüber den Gläubigen der Al-Nur Moschee. Die übergroße Mehrheit seien keine Antisemiten oder Frauenverächter. Statt eines Verbots plädierte die Grünen-Politikerin etwa für den Ausbau der Jugendarbeit, damit sich junge Gläubige nicht radikalisierten und „nicht in Zirkeln abrutschen, wo sie Bestätigung finden“.