Seit 17 Jahren schon spendet Dominik Hövelmann regelmäßig Blutplasma. „Ich möchte etwas Gutes tun“, sagt der 35-jährige Berliner bei der Neueröffnung eines Plasma-Spenden-Centers des Anbieters CSL Plasma am Alexanderplatz in Berlin-Mitte. So wie Hövelmann sollen viele Spender auf ihrem Weg zur Arbeit oder nach Hause ihr Plasma quasi im Vorbeigehen abgeben. Denn die Nachfrage nach Blutplasma ist groß.
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Dominik Hövelmann ist Angstpatient und kommt trotzdem schon viele Jahre zum Spenden. „Ich habe damit angefangen, um meine Ängste zu verlieren“, sagt der Lichtenberger. Seit einer Verletzung seiner Halsschlagader war ihm alles zum Thema Blut nicht mehr geheuer. „Am Anfang war ich skeptisch, weil doch vieles in so einem Center an ein Krankenhaus erinnert.“ Inzwischen ist das Spenden für ihn ein fester Termin, zweimal in der Woche. „Die Menschen hier sind auch einfach cool“, so Hövelmann.

So oft können gesunde Erwachsene Plasma spenden
Anders als die Blutspende kann Plasma deutlich häufiger, bis zu 60 Mal, also etwa zwei Mal pro Woche, abgegeben werden. Voraussetzung ist, dass man gesund ist. Um das zu überprüfen, werden alle Spender vor jedem Durchgang durchgecheckt. Spenden kann, wer keine chronischen Vorerkrankungen hat, mindestens 18 Jahre alt ist und ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm hat. Ist alles in Ordnung, führen die Mitarbeiter die Spender zu einer der 45 Liegen. Dort werden sie an die Geräte angeschlossen. Wie man sich anmeldet, erfahren Sie hier.
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Die Plasmaspende läuft dabei etwas anders ab, als die Blutspende. Das Blut besteht etwa zu 55 Prozent aus dem Plasma, also einer leicht gelblichen, eiweißhaltigen Flüssigkeit, die nach Abtrennung der roten und weißen Blutzellen sowie der Blutplättchen übrig bleibt. Sie besteht zu 91 Prozent aus Wasser. Darin gelöst sind Eiweiße (Proteine) und Transportstoffe (Nährstoffe, Stoffwechselprodukte, Hormone und Vitamine).
Plasmaspende rettet Leben: So wichtig sind Medikamente aus Blutplasma
Inzwischen ist die Medizin in der Lage, mehr als 120 verschiedene Eiweißstoffe zu isolieren, die oftmals lebenswichtige Funktionen ausüben können. Der Spendenvorgang dauert etwa 40 Minuten, weil das Plasma in einer Zentrifuge von den übrigen Bestandteilen getrennt wird und dem Spender wieder zugeführt wird. Ein Arzt ist immer vor Ort, falls schwerere Schwächeanfälle auftreten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgen die Spender außerdem mit Elektrolyten.
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CSL Plasma sammelt das Plasma nicht nur bei den Spendern ein. Der Anbieter verarbeitet es auch weiter zu Medikamenten. Allein ein Patient mit Immundefekt benötigt etwa 130 Plasmaspenden pro Jahr, ein Hämophilie-Patient sogar etwa 1200 Plasmaspenden. In Deutschland sind allein etwa 20.000 chronisch kranke Menschen auf Medikamente angewiesen, die aus menschlichem Blutplasma hergestellt werden.

Plasmabedarf steigt: CSL eröffnet neue Spendenzentren in Deutschland
Das gesammelte Plasma wird von Berlin aus zunächst ins Logistikzentrum im nordhessischen Schwalmstadt gebracht. Von dort aus geht es weiter zu den Produktionsanlagen, von denen sich eine in Marburg befindet, unweit vom Schwalmstadt. Das Plasma, das CSL beispielsweise in Berlin sammelt – deutschlandweit betreibt es 18 Center in 16 Städten –, wird vollständig durch das Unternehmen weiterverarbeitet. Es muss sogar fast die Hälfte der Menge aus den USA importieren, um den Bedarf zu decken.
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Auch darum will CSL weiter expandieren, wie Thomas Schneider, Director Plasma Operations, berichtet. „Ziel ist es, zwei bis drei neue Center im Jahr zu eröffnen“, so der 49-Jährige. Er sagt: „Wenn wir mehr Anlaufstellen schaffen, hilft das allen.“ Der Bedarf an Blutplasma ist quasi grenzenlos. Vor dem Umzug in die Alexanderstraße 3, ehemals das Zuhause des Varieté-Clubs „Knutschfleck“, war CSL in der Axel-Springer-Straße zu finden. „Wir sind hier am Alex nun gut erreichbar. Die Menschen sollen ihre Spende gut in ihren Alltag integrieren“, so Schneider. Einen zweiten Berliner Standort gibt es im Linden-Center im Bezirk Lichtenberg.
25 Euro Aufwandsentschädigung motiviert Spender
Um den Spendern ihre gute Tat schmackhaft zu machen, gibt es eine Aufwandsentschädigung. Thomas Schneider ist aber überzeugt, dass die Menschen nicht ausschließlich wegen der 25 Euro kommen, die sie pro Spende verdienen. Doch auch er weiß, dass sich viele Menschen auf diesem Weg etwas dazuverdienen.
Auch für Dominik Hövelmann ist das so. Er denkt dabei vor allem an seine Kinder, sagt er. „Ich spare das Geld meistens für meine Kinder. Und bald steht Weihnachten vor der Tür. Da gibt man dann wieder mehr Geld aus.“






