Trotz Absage der traditionellen Silvesterfeier wird am Brandenburger Tor gefeiert. Geplant ist eine dreistündige DJ-Party ab 22 Uhr mit siebeneinhalbminütigem Feuerwerk um Mitternacht, das live im Ersten übertragen wird. Rund 20.000 kostenlose Tickets sollen ab Dezember erhältlich sein.

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte GmbH, stellten die neuen Pläne am Mittwoch vor.
Brandenburger Tor wird zum größten Dancefloor Berlins
Wegner hebt bei der Vorstellung der Pläne die Bedeutung der Berliner Silvesterfeier hervor. „Es ist wichtig, dass es neben den Bildern vom Jahreswechsel aus Sydney und New York auch solche aus Berlin gibt“, sagte er. Der Regierende Bürgermeister begrüßte das neue Konzept, bei dem diesmal das Tanzen im Vordergrund stehen soll. Eine klassische Bühnenshow vor dem Brandenburger Tor wird es nicht geben.
Stattdessen wird das Wahrzeichen selbst zum Star der Veranstaltung. „Wir werden dieses Tor als unseren Star, als unser Baby inszenieren“, kündigte von Dülmen an. Von 22 bis 1 Uhr verwandelt sich das Brandenburger Tor unter dem Motto „Yeah 26“ in Berlins größten Dancefloor, auf dem zahlreiche Berliner DJs Partyhits aus Pop, 80ern/90ern, Afrobeats und Electro auflegen werden.
„Eine gute Location, check! Gute Musik, gute Drinks und coole Leute“ – für alles, was für eine gute Party nötig sei, sei gesorgt, so von Dülmen. Giffey ergänzte: „Es geht auch darum, dass wir an diesem Abend präsentieren, was wir als Stadt drauf haben, wenn es um Party und Feiern geht.“

Silvester-Feuerwerk Berlin: Live-Übertragung im TV
Die Liveübertragung im Ersten wird das Feuerwerk zeigen. Schlagerstar Florian Silbereisen, der die ARD-Silvestershow in München moderiert, werde dafür live nach Berlin schalten. Auch rbb Fernsehen und RTL sollen zur Veranstaltung schalten.
Giffey betonte, dass der Pariser Platz wie in den vergangenen Jahren erneut zum Anziehungspunkt für alle Menschen werde, die vor dieser großartigen Kulisse das neue Jahr begrüßen wollen. „Am Brandenburger Tor wollen wir für die Berlinerinnen und Berliner und die Gäste unserer Stadt ein Event mit Strahlkraft und modernstem Feuerwerk bieten – und das ohne Eintrittspreis.“ Das sei auch gut für die Berliner Wirtschaft, insbesondere für Hotels, Gaststätten und den Einzelhandel.
Für Dezember werden eine Million Gäste erwartet, vor allem in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel, mit 2,4 Millionen Übernachtungen.
Die Finanzierung der Silvesterparty ist gesichert: Die Lottostiftung steuert 290.000 Euro bei, weitere jeweils 100.000 Euro kommen von der Senatskanzlei und der Wirtschaftsverwaltung, jeweils 50.000 Euro von der Innen- und Kulturverwaltung – insgesamt also 590.000 Euro.
Kritik am Feuerwerk von den Grünen
Die Grünen-Fraktion sieht die Pläne für die Silvesterparty kritisch. „Erst wurde der Wegfall der Silvesterfeier kleingeredet, nun wird auf den letzten Drücker ein Rettungskonzept erarbeitet“, sagte deren innenpolitischer Sprecher Vasili Franco. „Leider ist im schwarz-roten Senat niemand auf die Idee gekommen, dass man statt klassischem Feuerwerk auf Licht- und Lasershows umschwenkt.“ Ein sicheres und friedliches Silvester werde es erst geben, wenn der stadtweite Böllerwahnsinn beendet werde. „Zum Umdenken fehlt dem Wegner-Senat der Mut und die Kraft“, so der Grünen-Politiker.

Traditionelle ZDF-Silvestershow nun in Hamburg
Das ZDF überträgt seine Jahreswechsel-Show mit bekannten Künstlern diesmal nicht wie bisher aus Berlin, sondern aus Hamburg. Wegner hatte Ende Juli angekündigt, dass es für die bisher übliche Silvesterfeier am Brandenburger Tor keine Zuschüsse mehr vom Land geben werde. Der private Veranstalter „Berlin feiert Silvester“ hatte die Show daraufhin abgesagt, die als Deutschlands größte Silvesterparty galt.
Wegner verteidigte die Entscheidung ausdrücklich: „Der private Veranstalter wollte deutlich mehr haben. Ich bin froh, dass wir zu einer Lösung gekommen sind, die deutlich weniger kostet.“
Parallele Kundgebung am Brandenburger Tor geplant
Parallel zur DJ-Party soll es am Brandenburger Tor eine als Kundgebung angemeldete Veranstaltung eines Bündnisses von Kulturschaffenden geben. „Die Kundgebung wird es trotzdem geben“, sagte Co-Organisator Holger Werner. Geplant seien zahlreiche Bühnen entlang der Straße des 17. Juni zwischen S-Bahnhof Tiergarten und Yitzhak-Rabin-Straße.
Werner kritisierte, dass die Kundgebung nun nicht mehr am Brandenburger Tor möglich sein soll, schließlich habe das Bündnis sie zuerst angemeldet, und zwar mit 100.000 Teilnehmern. Auf Gesprächsangebote habe der Senat nicht reagiert. „Wir wollten etwas zusammen machen, aber sie haben es nicht nötig.“
mit dpa





