Straßenumbenennung, krasses Bußgeld für Wildbader, einsturzgefährdetes Wohnhaus: Sechs Wochen Sommerferien liegen hinter den Berlinerinnen und Berlinern. Ruhig ging es deshalb aber nicht zu. Dies sind die nachrichtlichen Highlights aus dem Bezirk Mitte.

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Zäh war sie, die Umbenennung der Mohrenstraße in Mitte. Wer die Debatte bislang versäumt hat: Über Jahre wurde darüber gestritten, ob der „Mohr“ im Namen rassistisch ist oder nicht. Letztlich störten sich genug Menschen daran, im August bekam die Straße ihren neuen Namen. Fortan heißt sie Anton-Wilhelm-Amo-Straße. Gekrönt wurden die letzten Tage vor dem offiziellen Tausch der Straßenschilder mit einem wilden Hin und Her aus gerichtlicher Klage und Widerspruch. Letztlich wurde der neue Name dann aber mit einem Fest gewürdigt. Die BVG wurde kurz danach ebenfalls aktiv und tauschte auch die Schilder am entsprechenden U-Bahnhof.

Dachstuhl verbogen: Bewohner aus Wohnhaus evakuiert

Schock in der Reinhardtstraße nahe der Friedrichstraße. Ende August hatte sich der Dachstuhl eines Wohn- und Geschäftshauses dort bedrohlich verschoben und einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk ausgelöst. Es bestand die Gefahr, das Haus könnte einstürzen. Nach letzten Erkenntnissen galt dies lediglich noch für den Dachstuhl. Bewohner und Mieter der Gewerbeeinheiten hatten das Haus vorübergehend verlassen müssen, die Straße wurde weitläufig gesperrt. Auch angrenzende Gebäude wurden durch die Sicherheitskräfte geräumt.

Plötzensee Berlin-Mitte
Der Plötzensee in Wedding: Im Bereich des Steingartens im vorderen Teil des Fotos duldet der Bezirk das Schwimmen. Auch im gegenüberliegenden Freibad ist es gegen Eintritt erlaubt. An den geschützten Ufern wartet nun ein hohes Bußgeld. © Berliner Morgenpost | Julia Lehmann

Der Dachstuhl wurde anschließend gesichert, sodass ein Statiker den Menschen gestatten konnte, ins Haus zurückzukehren. Was aus dem Gebäude wird und wer für die Kosten der Absperrung aufkommt, muss noch ermittelt werden.

Plötzensee in Wedding: Bußgeld fürs Wildbaden drastisch erhöht

Der Sommer in Berlin war auch in diesem Jahr streckenweise heiß. Sehr heiß. Die Seen der Stadt ziehen die Menschen dann immer magisch an. Am Plötzensee in Wedding erwartete die Wildbader, die sich mit Vorliebe am Ostufer des Sees unerlaubt aufhalten, eine Überraschung. Der Bezirk hatte verkündet, das Bußgeld fürs Hineinhüpfen an den geschützten Ufern deutlich zu erhöhen. Mehr als 220 Euro kann das Ordnungsamt nun verlangen, wenn Schwimmer nicht einsichtig sind.

Mehr aus Berlin-Mitte

Apropos schwimmen: Die Verfechter für ein Flussbad in der Spree kamen Mitte August wieder für ein Protestbad in Berlins zentralem Gewässer zusammen. Hunderte warben treibend und plantschend dafür, die Spree endlich wieder – vor 100 Jahren gab es ein Flussbad bereits – freizugeben.