Der Schinkelplatz in Berlin-Mitte wimmelte am Dienstag vor Menschen in Badekleidung. Sie hatten nicht nur ihre Schwimmtiere, sondern auch jede Menge Banner mitgebracht, auf denen stand: „Die Spree kühlt Berlin!“ oder „Swimable City!“ Rund 500 Menschen hatten sich beim Flussbad-Verein im Vorfeld angemeldet, es kamen dann aber rund 700. Es ging fröhlich und gesittet zu.

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Bereits im Mai hatten die Flussbad-Aktivisten eine Demo geplant, doch sie war von der Wasserschutzpolizei verboten worden. Im Juni hatte es dann aber geklappt mit der ersten Schwimmdemo. Nun folgte die zweite Schwimm-Demo, die sehr gut geplant war. Zwei Rettungsschwimmer wachten über die Sicherheit der Teilnehmer, ein Aktivist dirigierte den Einstieg per Megaphon, so dass alles zügig voran ging.

Der Flussbad-Verein hatte zu Kundgebung und Schwimmdemo aufgerufen, um das Schwimmverbot in der Spree aufzuheben. Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger sagte: „Mitte ist der geilste Bezirk von Berlin, jetzt will ich euch nur noch schwimmen sehen!“ Auch Silke Gebel und Tarek Massalme (beide Grüne) und Verfechter der Expo 2035 in Berlin sprachen sich bei der Kundgebung mit Verve für das Schwimmen in der Spree aus. „ Wir brauchen die Abkühlung bei der Hitze, doch es gibt viel zu wenig Schwimmbäder“, klagte Kristian Ronneburg (Linke).
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Für das beste Outfit und das beste Plakat gab‘s einen Schwimmsack von Wickelfisch aus dem schweizerischen Basel. Dort hat das Schwimmen im Rhein bereits eine lange Tradition. Man packt einfach seine Sachen in den Sack und benutzt ihn als Schwimmhilfe.
Léon Gross, Stadtplanungs-Wissenschaftler und Aktivist „Rechte für die Spree”, erklärte gegenüber der Morgenpost, dass er aus der Spree mit Hilfe von Verfassungsrechtlern einen Präzedenz-Fall machen will, indem er ihr Rechte verschafft. In Deutschland und in der EU wäre das eine absolute Neuheit. Nur in Mar Menor in Spanien erhielt ein Fluss bisher Rechte.
Bildergalerie Flussbad-Demo im August 2025
Seiner Meinung nach wird es höchste Zeit, dass auch Wälder und Flüsse Rechte bekommen, „auf Sauberkeit und Schutz“. Eine Petition dazu starte im Oktober. „Der urbane Hitzeinseleffekt in Städten ist schon lange bekannt“, erklärte Gross. „Daher benötigen wir dringend Abkühlungsflächen, beispielsweise in Gewässern wie der Spree, aber auch in U-Bahnen.“

Die gemessene Wasserqualität der Spree am Dienstag war „ausreichend“. Diplom-Bioingenieur Carsten Riechelmann überwachte mit einem neuen High-Tech-Sensor, der fünfstellig kostet, das Wasser in Echtzeit. „Weil es zuletzt wenig geregnet hat, gab es auch keine Überläufe der Kanalisation und die Wasserqualität war gut.“ Begleitet von drei Wasserschutzpolizisten tuckerte der Wasser-Experte schutzgeleitet von einem Schlauchboot der Wasserschutzpolizei den Bade-Ponton vom Historischen Hafen durch die Mühlenschleuse zum Ankerplatz vor dem Stadtschloss. Unterwegs hatten die Aktivisten noch das Transparent „Pilotbadestelle 2026“ gemalt.













