Der 9. November steht in Deutschland für unterschiedliche wichtige Ereignisse: So gilt er als mahnende Erinnerung an den Beginn der Novemberprogrome 1938, den Hitlerputsch in München 1923. Er steht aber auch für ein Ereignis, das das Leben für viele Berlinerinnen und Berliner verändern sollte. Den Fall der Mauer am 9. November 1989. In Berlin feiert man dieses einschneidende Ereignis auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Hier eine Auswahl aus Partys, Gedenkveranstaltungen und Ausstellungen.

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Berlin feiert den 35. Jahrestag des Mauerfalls mit einem Programm. Am 9. November wird unter dem Motto „Haltet die Freiheit hoch!“ all jenen gedacht, die sich mutig und friedlich für die Revolution und für ein wiedervereinigtes Berlin, ein vereinigtes Deutschland, einsetzten. Besuchermagnet dürfte die geplante Open-Air-Ausstellung werden. Tausende Schilder und Plakate wurden dafür auf dem gesamten ehemaligen Mauerstreifen aufgestellt.
Berlin feiert 35 Jahre Mauerfall: „Haltet die Freiheit hoch!“

Die Schilder und Laken sind zum Teil in Workshops entstanden, andere sind Nachbildungen historischer Vorbilder. Denn Transparente prägten auch die Demonstrationen in der DDR sowie im Herbst 1989. Die Ausstellung ist entlang der Straßen aufgereiht und ganztägig frei zugänglich, von der Invalidenstraße über den Checkpoint Charlie hinaus bis zur Axel-Springer-Straße.
Am Abend des 9. November wartet außerdem eine besondere Aktion auf die Bevölkerung. Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste sind aufgefordert, sich zu einer „Band für die Freiheit“ zusammenzufinden. In der Ankündigung heißt es: „Eine riesige Band, Hunderte Menschen, die Gitarre, Schlagzeug oder Bass spielen können, sollen spontan an verschiedenen Punkten der mehr als vier Kilometer langen Strecke zusammenkommen.“ Jeder und jede kann mitzumusizieren und -singen. Entstehen soll ein einmaliger Klangteppich entlang des ehemaligen Mauerstreifens. Beginn der Aktion ist 20 Uhr. Sie dauert eine Stunde.
Historische Plakate sind zu sehen:
- Zimmerstraße, auf der Straße Höhe „Die Mauer – asisi Panorama Berlin“
- Niederkirchnerstraße, auf der Straße zwischen Abgeordnetenhaus und Gropius-Bau
- Ebertstraße, auf dem Mittelstreifen der Ebertstraße / Ecke Lennéstraße
- Kapelle-Ufer, am Uferweg unterhalb des Jacob-Mierscheid-Stegs / Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (Bibliothek des Deutschen Bundestages)
- Alexanderufer: Am Uferweg / Humboldthafen / Nähe Eisenbahnbrücke
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„Ballhaus Wedding“: Tanzen im Look der 80er- und 90er-Jahre
Im „Ballhaus Wedding“ wird der 9. November mit einer Party gefeiert. Im großen Saal können Gäste zu Musik vom Ende 1980er-Jahre bis heute ausgelassen tanzen. Der Veranstalter fordert dazu auf, sich auch der Mode der 80er und 90er zu widmen und im entsprechenden Outfit zu erscheinen. Schulterpolster und Dauerwellen sind an diesem Abend quasi ein Muss. „Vertigo – Berlin 1989 – die Zeitreiseparty“ nennt sich die Party im Ballhaus. Getanzt wird in einem vor zwei Jahren umfassend sanierten Kulturort ganz im Stil der 20er-Jahre.
Es wartet Musik von den Djs „the At‘s“ sowie „DJ Funky Henning“. Angereichert wird das Unterhaltungsprogramm durch einen Live-Maler, einen Hochzeitspriester, Artistik und Show. Los geht es um 20 Uhr, Tickets kosten 28, ermäßigt 23 Euro, und sind online erhältlich.
„Ballhaus Wedding“, Wriezener Straße 6, 13359 Berlin
„Freiheit fünfzehn“: 90er-Party mit Neonfarben
In der „Freiheit fünfzehn“ in Köpenick wird am Sonnabend mit Neonfarben und Ahoi-Brause auf das Mauerfall-Jubiläum getanzt. Bei der „90er Flashback Party“ sind Verkleidungen gern gesehen. Obwohl dem Fußball zugewandt, weist der Veranstalter darauf hin, dass Fußball-Kleidung nicht erwünscht ist. Musik wird aus dem passenden Jahrzehnt gespielt. Der Einlass ist ab 18 Jahren erlaubt und kostet 15,40 Euro.
„Freiheit fünfzehn“, Freiheit 15, 12555 Berlin, ab 22 Uhr
Stiftung Berliner Mauer mit Sonderausstellungen
Die Stiftung Berliner Mauer, die die Gedenkstätte an der Berliner Mauer an der Bernauer Straße betreut, hat anlässlich des 35. Jahrestages ein umfangreiches Programm mit etlichen Sonderausstellungen zusammengestellt, das bereits im Oktober begann. Das Motto lautet „Revolution erinnern | Demokratie gestalten“. Am Vormittag des 9. November findet in der Gedenkstätte Berliner Mauer die zentrale Gedenkveranstaltung in Erinnerung an den Fall der Berliner Mauer und die Friedliche Revolution statt. Erwartet werden unzählige Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Die Veranstaltung ist allerdings eingeladenen Gästen vorbehalten.
Im Besucherzentrum der Gedenkstätte ist für alle zugänglich die begehbare Videoinstallation „35 Jahre Mauerfall. 17 Perspektiven“ zu sehen. Die Videoinstallation zeigt Gespräche mit 17 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über ihr Erleben des Mauerfalls, die Transformationszeit danach und darüber, was das Jahr 1989 für ihr Leben bedeutet hat, heißt es von der Stiftung. Am 9. und 10. November gibt es zudem Sonderführungen, unter anderem an der Gedenkstätte.
Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin. Außenausstellung ist von Montag bis Sonntag, 8 bis 22 Uhr geöffnet. Besucherzentrum ist von Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Museum in der Kulturbrauerei mit Dauerausstellung zum DDR-Alltag
Zu erwähnen ist auch die Dauerausstellung „Alltag in der DDR“ im Museum in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg. Gezeigt werden Originalartefakte, die vom Leben der Menschen in der DDR erzählen. Einem Gebiet, in dem es keine Reisefreiheit und keine Gewaltenteilung gibt. Im Grunde auch keine Demokratie.
„Millionen Deutsche leben 40 Jahre lang in der DDR – aber wie? Wie funktioniert dieser Staat, in dem ein Brötchen 40 Jahre lang 5 Pfennig kostet, Bananen aber Mangelware sind? Der den höchsten Fernsehturm in Deutschland baut, aber nicht genug Wohnungen für alle? Der die schönsten Märchenfilme dreht, aber kritische Künstler ausbürgert?“, fragen die Kuratoren in der Ankündigung zur Ausstellung. Die Schau will genau auf diese Fragen Antworten geben und bildet dafür das Leben in den 1970er- und 80er-Jahren ab.
Museum in der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Sonnabend, Sonntag und Feiertage. Bis zum 9. Februar 2025 ist zu dem die Sonderausstellung „Heavy Metal in der DDR“ zu sehen.




