Ausflugstipp

Wasser, Inseln und Promenaden in Köpenick

Ein Spaziergang von Spindlersfeld in den Norden Köpenicks, teils auf idyllischen Uferwegen.


Blick vom Ufer in Spindlersfeld auf die Köpenicker Altstadt mit den Türmen von Stadtkirche (l.) und Rathaus.

Blick vom Ufer in Spindlersfeld auf die Köpenicker Altstadt mit den Türmen von Stadtkirche (l.) und Rathaus.

Foto: Martin Schwarz

Berlin. Ruhig geht es am Ausgang des S-Bahnhofs Spindlersfeld zu. Ortsteil und Bahnhof sind nach dem Unternehmer Wilhelm Spindler benannt, der dort 1873 eine „Anstalt zur chemischen Reinigung, Wäscherei und Färberei“ gründete und sich auch sozial engagierte. Der Weg führt nach links in die Ernst-Grube-Straße und gleich wieder links in die Gloriastraße. Plötzlich stehen sie da, hübsch aneinandergereiht: schmucke kleine Stadtvillen, vermutlich aus den 1920er-Jahren. Am Ende der Gloriastraße gibt es einen Durchgang in den Ernst-Grube-Park, benannt nach dem Kämpfer gegen den Nationalsozialismus. Links endet der Park, es geht rechts weiter in einen schmalen Weg.

Und nun wird es etwas abenteuerlich: Der schmale, unbefestigte Pfad führt entlang eines Sportplatzes einige hundert Meter geradeaus, am Ende muss eine kleine, sehr sandige Steigung überwunden werden. Doch die Mühe lohnt sich, oben blickt man auf die Spree. Der geteerte Weg führt rechts hinunter zum Wasser (nach links geht es hoch zur viel befahrenen Wilhelm-Spindler-Brücke über die Spree). Schön ist es hier direkt am Ufer, der Weg biegt an einer adretten Sitzgruppe rechts ab und führt aus dem parkähnlichen Gelände hinaus auf den Angerstein- und dann den Eiselerweg.

Bei Spindlersfeld mündet die Dahme in die Spree

Es beginnt eine Wohngegend, in der man sich sofort heimisch fühlt. Am Ende des Eiselerwegs führt ein Pfad links wieder hinunter ans Ufer. Ein herrlicher Weg tut sich vor einem auf, der einen grandiosen Blick auf die Altstadt von Köpenick eröffnet. Auf der anderen Seite des Ufers stehen luxuriöse Wohnhäuser. Der Uferweg endet an einer Rotunde, genau dort mündet die aus Südosten kommende Dahme in die Spree.

Es geht hinaus auf die ruhige Gutenbergstraße, die am Ende links an die Lange Brücke stößt, die über die Dahme führt. Nach der Brücke geht es sofort links zurück ans Wasser. Dort beginnt einer der schönsten Spazierwege Berlins: links das Wasser, rechts diverse Möglichkeiten zum Einkehren wie das „Altstadtcafé Cöpenick“, das griechische Lokal ­Asteria oder, nach Unterquerung einer Brücke, das Terrain der „Freiheit 15“, nicht zu vergessen das türkische Restaurant „Lehmofen“. Überall tummeln sich entspannt die Menschen, kein lautes Wort ist zu hören, Idylle pur. Wer will, kann dort rechts abbiegen, und über den Katzengraben dem am vergangenen Mittwoch an dieser Stelle vorgestellten Heimatmuseum Köpenick einen Besuch abstatten oder die Schlossinsel besuchen.

Bellevuepark ist hübsch angelegt

Am Ufer kommt geradeaus eine schmale Brücke: Der Katzengrabensteg führt über die Müggelspree hinüber in den Norden Köpenicks und streift dabei die Baumgarteninsel. Die ist ein von Kleingärtnern genutztes Eiland ohne Anbindung ans Festland. Ein Pfeiler der ­Brücke steht zwar auf der Insel, es gibt aber ­keinen Weg auf die Insel, das wurde beim Bau des Stegs 2002 von den Inselbewohnern verhindert.

Nach dem Steg führt ein Weg nach links, der an der Friedrichshagener Straße endet. Auf der anderen Seite liegt der Bellevuepark. Dort gab es mal ein Schloss. Hübsch angelegt ist der Park, der Weg führt eine Anhöhe hinauf und einige Stufen hinab zum nördlichen Ausgang zur Seelenbinderstraße. Es geht nach links. Abschließend kann man in der Bahnhofstraße mit ihren zahlreichen Geschäften bummeln und ­einkaufen.

Ausflugs-Info

Altstadtcafé Cöpenick, Alt-Köpenick 16, Köpenick, Tel. 65 47 40 69, tägl., 10–18.30 Uhr, schöne Terasse zum Wasser hin, das Altstadtcafé bietet selbstgemachte Torten mit schönen Namen wie „Engelszunge“ oder „Grünschnabel“ an, www.altstadtcafe.de

Freiheit fünfzehn, Freiheit 15, Köpenick, Tel. 677 88 01 04, zum großen Terrain direkt am Wasser gehören ein großer Theater- und Veranstaltungssaal, ein Biergarten, eine angrenzende Cocktailbar und das Eventschiff „Ars Vivendi“, das für Feiern, Jubiläen oder Kochkurse gebucht werden kann, www.freiheit15.de

Dauer und Strecke Für die etwa fünf Kilometer lange Route benötigt man circa zwei Stunden, bei einem Abstecher in das Heimatmuseum Köpenick oder in die Altstadt dauert der Fußmarsch entsprechend länger.