„Unser Ballsaal befindet sich im Winterschlaf, während er ein bisschen liebevolle Pflege erhält“, steht auf Englisch an der Pforte von „Clärchens Ballhaus“. Auch die Küche wird derzeit renoviert und ist daher nur eingeschränkt geöffnet. Exzellente Törtchen, Oliven, Brezeln, „Eclairchen“, die klassische Gulaschsuppe und eine große Getränkekarte werden aber weiterhin angeboten.
Freunde der nostalgischen Begegnungsstätte müssen nicht ganz auf einen Besuch verzichten. Ein Sprecher von Clärchens Ballhaus: „Derzeit ist unser Biergarten am Wochenende geöffnet. Sobald das Wetter schön ist, klappen wir die Stühle auf: Freitag ab 17 Uhr bis 22 Uhr und Samstag und Sonntag ab 12 Uhr bis 22 Uhr.“ Ab Herbst soll das Ballhaus dann wieder voll geöffnet sein.
Mehr zur Loction:„Clärchens Ballhaus“ - Wie früher nur besser
„Clärchens Ballhaus“: Eine Institution und ihre Schönheitskorrekturen

Seit 111 Jahren gibt es „Clärchens Ballhaus“ im Hinterhaus der Auguststraße 24/25. Es ist eines der letzten Ballhäuser aus der Zeit um 1900 in Berlin. Erhalten ist nicht nur der große Ballsaal im Untergeschoss, sondern auch der alte Spiegelsaal mit seinen Stuckdecken, blinden Spiegeln und großen Leuchten. Kein Wunder, dass das „Clärchen“ immer wieder als Filmkulisse diente, beispielsweise für Filme wie „Stauffenberg“ oder „Inglourious Basterds“. Max Raabe filmte dort vor fünf Jahren sein MTV-Unplugged-Konzert.
Im Jahr 2018 ging das Tanzlokal „Clärchens Ballhaus“ in den Besitz von Yoram Roth über, der im Gegensatz zu vielen anderen Investoren die Patina des historischen Ortes erhielt. 2020 wurde es inmitten der Pandemie neu eröffnet. Menschenmassen oder Reisegruppen waren dort nie zu finden. Wegen der Tischgrößen kann man nicht mehr als neun Personen gleichzeitig anmelden. Vier Jahre nach der Wiedereröffnung 2020 gehen die behutsamen Instandsetzungsmaßnahmen nun weiter – in Küche und Ballsaal.


