Die „Letzte Generation“ hat wieder zugeschlagen. Dieses Mal besprühten die Klima-Aktivisten aber nicht das Brandenburger Tor mit oranger Farbe, sondern drei Weihnachtsbäume: eine Tanne vor dem Shopping-Center Mall of Berlin in der Leipziger Straße, einen Baum, der in der Mall steht, und eine weitere Tanne, die sich vor dem Bundesratsgebäude in der Leipziger Straße befindet.

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Nicht nur in Berlin besprühte die „Letzte Generation“ Weihnachtsbäume. Bei X schrieb das Bündnis, dass auch in Oldenburg, Leipzig, Kiel, Rostock, Nürnberg und München Farbattacken gelaufen seien. Ein Video bei X zeigt, wie die Aktivisten einen Baum in der Leipziger Mädler-Passage mit Farbe bespritzen. Die Polizei sperrte den Bereich ab.

Auf einem Foto ist zu sehen, wie zwei Aktivisten vor dem Baum beim Bundesratsgebäude sitzen. Auf den Transparenten steht: „Besinnlich in die Katastrophe?“ und „Nächstenliebe = Klimaschutz!“.

Mitglieder der Protestgruppe „Letzte Generation“ besprühen einen Weihnachtsbaum in der Leipziger Mädler-Passage mit Farbe. Die Aktion fand zeitgleich in mehreren Städten, u.a. auch in Berlin, statt.
Mitglieder der Protestgruppe „Letzte Generation“ besprühen einen Weihnachtsbaum in der Leipziger Mädler-Passage mit Farbe. Die Aktion fand zeitgleich in mehreren Städten, u.a. auch in Berlin, statt.© DPA Images | Jan Woitas

Nach der Tat durchsuchte die Polizei die Wohnungen der Festgenommenen, wie sie am Donnerstag mitteilte. In der Wohnung einer 43-Jährigen, die den Weihnachtsbaum vor dem Bundesrat besprüht haben soll, fanden die Beamten bei der richterlich angeordneten Durchsuchung 72 Tuben mit Klebstoff, 26 Kupferfittinge, die als Fingerlocks benutzt werden können, sowie fünf Behälter mit Quarzsand und zwei Farbeimer. Bei einer 21-Jährigen, die den Baum vor der Mall im Wert von 130.000 Euro besprüht haben soll, entdeckten die Ermittler vier Tuben mit Klebstoff sowie Silikat und Aceton. Der 19-Jährige, der ebenfalls den Baum vor dem Bundesrat besprüht haben soll, waren es ganze 452 Tuben Klebstoff, 60 Kupferfittinge sowie Kühlspray und Quarzsand.

Immer wieder sorgt die „Letzte Generation“ für Störaktionen, sei es beim Berlin-Marathon, sei es beim Berliner Straßenverkehr. Dort sorgen die Blockaden oft für lange Staus. Kurz vor Weihnachten 2022 sägten die Klimaaktivisten die Spitze des Weihnachtsbaumes ab, der sich am Brandenburger Tor befand.

Die „Letzte Generation“ sorgt mit ihren Protestaktionen immer wieder für Aufsehen. Hier beim Berlin-Marathon.
Die „Letzte Generation“ sorgt mit ihren Protestaktionen immer wieder für Aufsehen. Hier beim Berlin-Marathon.© DPA Images | Sebastian Gollnow

Zahlreiche Ermittlungsverfahren und Prozesse laufen gegen Mitglieder der Gruppe, viele wurden bereits verurteilt.

Auch Tyre Extinguishers wieder unterwegs

Mitglieder einer Klimaschutzorganisation haben in Berlin die Luft aus den Reifen zahlreicher Autos gelassen oder die Reifen sogar zerstochen. Die Vorfälle ereigneten sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Lichtenberg, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die „B.Z.“ berichtet.

An vielen Fahrzeugen wurden Flugblätter der Gruppe „The Tyre Extinguishers“ (Deutsch: Die Reifenlöscher) vorgefunden. Die Aktivisten lassen laut eigenen Angaben die Luft aus den Reifen von großen Fahrzeugen wie Geländewagen, um auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen und sind in diversen deutschen und europäischen Städten unterwegs. Die Gruppe war in der Vergangenheit bereits durch ähnliche Aktionen aufgefallen.

Bis Mittwochmittag gingen bei der Polizei 31 Anzeigen von Autobesitzern ein, die ihre Fahrzeuge mit platten Reifen vorgefunden hatten. Die Angriffe häuften sich am Marie-Vögtlin-Weg und den umliegenden Straßen wie der Altdorfer Straße und dem Sophie-Taeuber-Arp-Weg, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittelt.

(dw/dpa)