Humboldt Forum

Das Berliner Schloss bleibt bis 2023 eine Großbaustelle

Die Außenanlagen werden zur Eröffnung des Humboldt Forums 2019 nicht fertig. 40 Millionen Euro stehen bereit.

Besucher fotografieren bei den Tagen der offenen Baustelle auf dem Gelände des  Humboldt Forums.

Besucher fotografieren bei den Tagen der offenen Baustelle auf dem Gelände des Humboldt Forums.

Foto: Jens Kalaene / picture alliance/dpa

Berlin.  Der Baufortschritt ist unübersehbar, die meisten Baugerüste an den Fassaden sind entfernt: Ende 2019 wird das Humboldt Forum im teilrekonstruierten Berliner Schloss mit dem Ausstellungsbereich zur Geschichte des Ortes dauerhaft eröffnen. Das sicherte Hartmut Dorgerloh, der Generalintendant des Humboldt Forums, im Interview mit der Berliner Morgenpost zu. Dorgerloh tritt damit Spekulationen auch aus der Berliner Politik entgegen, die dem Humboldt Forum ein Schicksal ähnlich dem Pannenflughafen BER prophezeiten. Allerdings liege es nicht nur am Gebäude selbst, ob es termingerecht in Betrieb gehen könne, betonte Dorgerloh. Für die Außenanlagen am Schloss ist der Senat zuständig.

Die notwendigen Aufstellflächen für die Feuerwehr müssten zur Inbetriebnahme genauso fertig sein wie die Rettungswege, sagte Dorgerloh weiter. Schon heute sei jedoch sicher, dass die Außenanlagen Ende 2019 noch nicht fertig sein können – „auch wegen des U-Bahn-Baus vor unserem Haus“.

In der für die Herrichtung der Außenanlagen zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verweist man auf den mit den Verantwortlichen im Humboldt Forum erstellten Terminplan „Außenraum“. „Der beinhaltet alle Maßnahmen bis zur geplanten Eröffnung im Herbst 2019 sowie bis zum Abschluss sämtlicher Freiraumbaumaßnahmen im Jahr 2023“, teilte Katrin Dietl, Sprecherin der Verwaltung, mit. Aktuell rechne man dafür mit Kosten von 40 Millionen Euro.

Die Befürchtungen des Generalintendanten Dorgerloh wolle sie nicht kommentieren, sagte Dietl weiter. Nur so viel: Zur Eröffnung des Humboldt Forums werde es wohl zunächst provisorisch hergerichtete Zugangswege und Aufstellflächen für die Feuerwehr geben, sodass alle Sicherheits-und Funktionsanforderungen erfüllt werden, versicherte sie. Erste Arbeiten für die Herrichtung des Schlossumfeldes haben bereits begonnen. „Seit Anfang dieses Monats laufen die Arbeiten am Freiraum im Bereich vor dem Neuen Marstall und vor dem ehemaligen Staatsratsgebäude“, sagte Dietl. Seit Mitte Dezember werde auch im direkten Umfeld des Schlosses gearbeitet.

Noch viele offene Fragen

Die derzeit noch von der U5-Baustelle beanspruchten Flächen nahe der Schloßbrücke seien im Terminplan berücksichtigt, so die Sprecherin. Danach würden Teile der U5-Fläche frühestens ab Mitte 2020 freigegeben. Diese werde anschließend von den Berliner Wasserbetrieben genutzt und erst danach könne der Freiraum hergerichtet werden. Dauer der Arbeiten am Schlossumfeld deshalb: „voraussichtlich bis 2023“.

Auch darüber hinaus sind weitere Bauarbeiten nicht ausgeschlossen. So ist nach wie vor unklar, ob der Neptunbrunnen, der derzeit auf dem Platz vor dem Roten Rathaus steht, wieder an seinen Ursprungsplatz auf der Südseite des Schlosses zieht. Und: „Für den Bau des Einheitsdenkmals sind bisher keine Terminpläne bekannt“, sagte die Sprecherin weiter. Wie berichtet, hat der Haushaltsausschuss des Bundestages im September 17 Millionen Euro für das Denkmal freigegeben. Es soll bis zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung 2020 fertig werden, ein Baustart wurde aber nicht genannt.

Während sich Schlossherr und Bauverwaltung zuversichtlich geben, dass die Inbetriebnahme des Hauses an ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen nicht scheitern, ist eine Frage noch offen: Wie der Reisebusverkehr, der die Museumsinsel schon heute enorm belastet, geregelt werden soll. Dazu wurde zwar vor zehn Jahren ein Konzept für ein digital gesteuertes Busleitsystem erstellt, um die Busse für einen bestimmten Zeitpunkt der Zufahrt anzumelden, die Haltedauer zu überwachen und über freie Parkplätze zu informieren. Am Kupfergraben und in der Bodestraße sollen dafür zudem versenkbare Poller und eine Anmeldebake installiert werden.

Doch bei Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) war nicht zu erfahren, ob ein entsprechendes System beauftragt ist oder ob es noch rechtzeitig in Betrieb gehen kann. „Wir werden noch Gespräche mit allen Beteiligten führen und sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine gute Lösung finden, die rechtzeitig umgesetzt werden kann“, teilte ihre Sprecherin Dorothee Winden mit.

Mehr zum Thema:

„Es gibt keinerlei Anlass für düstere Prognosen“

Die Humboldt-Box am Schloss hat ausgedient

„Wir stellen einen ganzen Berg unter Denkmalschutz“

Humboldt Forum öffnet 2019 - aber nur ein bisschen

Berlin zwischen Barock und Moderne