Uniklinik

Zum Richtfest an der Charité gibt es viel Lob

Am Mittwoch wurde die Richtkrone für den Charité-Neubau mit OP-Bereich, Intensivmedizin und Rettungsstelle hochgezogen. Zur Feier kam viel Prominenz.

Foto: Britta Pedersen / dpa

An der Charité ist am Mittwoch Richtfest gefeiert worden. Die Richtkrone wurde am Campus Mitte für den Neubau aufgezogen, in dem der zentrale OP-Bereich, die Intensivmedizin und die Rettungsstelle untergebracht werden. Erst im September vergangenen Jahres war der Grundstein für das fünfstöckige Gebäude gelegt worden. Die Baukosten betragen nach Angaben des Universitätsklinikums rund 70 Millionen Euro. Sie sind Teil des 202,5 Millionen Euro teuren Gesamtpakets, zu dem auch die Sanierung und Modernisierung des Bettenhochhauses an der Luisenstraße gehört. Spätestens Ende kommenden Jahres sollen Bettenturm und OP-Trakt bezogen werden können.

Der Neubau mit knapp 7800 Quadratmetern Nutzfläche beherbergt dann 15 hochmoderne Operationssäle, drei davon für ambulante Eingriffe. Die Intensivmedizin verfügt über drei Stationen mit insgesamt 70 Betten in Ein- und Zweibettzimmern. Die neue Rettungsstelle wird im Erdgeschoss eingerichtet, die Zufahrt führt künftig über die Philipp- und nicht mehr über die Luisenstraße. Der Baukörper ist ein unterkellerter Kubus, der farblich mit dem Sockel des Bettenhochhauses abgestimmt wird.

Die Fassade des Bettenturms wird mit grauweißen Platten verkleidet, der Sockel bekommt einen etwas dunkleren Farbton. Die nördlichen Fassadenkanten der beiden Gebäude liegen bündig zueinander, unterirdisch sind die Gebäude miteinander verbunden. Die Anbindung von OP-Trakt und Bettenhochhaus an das historische Campusgelände über die Luisenstraße hinweg ist über eine Stahl-Glas-Brücke und einen Funktionstrakt geplant.

Viele Prominent kamen zum Richtfest

Charité-Vorstandsvorsitzender Karl Max Einhäupl konnte zum Richtfest viele Prominente begrüßen, darunter den Regierenden Bürgermeister Michael Müller, Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres und den Bezirksbürgermeister von Mitte, Christian Hanke (alle SPD). Günter Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied des Charité-Aufsichtsrates war ebenso unter den Gästen wie Ex-Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner, Vorstand der Charité-Stiftung. Einhäupl lobte die „grandiose Leistung“ der am Bau Beteiligten. Die Arbeiten lägen nicht nur im Zeitplan, sie seien bislang auch ohne Unfälle abgelaufen. „Wir schaffen hier das modernste Universitätsklinikum Europas“, versprach der Charité-Chef selbstbewusst. Der Komplex biete „Raum für exzellente Medizin und Innovation sowie für herausragende Krankenversorgung der Berliner und Brandenburger“. Er sei überzeugt, dass das Bettenhaus auch mit seiner neuen Fassade „ein Label für Berlin“ sein werde.

Einhäupl bedankte sich ausdrücklich beim Regierenden Bürgermeister. Michael Müller habe auch in seinen früheren politischen Ämtern als SPD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus und als Stadtentwicklungssenator viel dazu beigetragen, dass für die großen und dringenden Bauprojekte der Charité ein Masterplan aufgelegt wurde und dass für die Sanierung des Bettenhochhauses und den Neubau des OP-Traktes schließlich mehr als 200 Millionen Euro bewilligt wurden. Zudem habe Müller zugesagt, das Land Berlin werde auch in das Charité-Klinikum Benjamin Franklin in Steglitz investieren.

Charité zweitgrößter Arbeitgeber Berlins

„Schön, mal wieder auf einer Baustelle zu sein, ich hatte schon langsam Entzugserscheinungen“, flachste der Regierende Bürgermeister zu Beginn seiner Ansprache mit Blick auf sein früheres Ressort. Das sanierte Bettenhochhaus sei nicht nur ein sichtbares Zeichen der Charité, sondern auch ein Beleg dafür, dass Senat und Koalition viel für die Gesundheitsstadt Berlin täten. Das Universitätsklinikum sei besonders wichtig für die Gesundheitswirtschaft in Berlin. Die Charité sei nicht nur der zweitgrößte Arbeitgeber in Berlin. Sie habe auch ein hohes wissenschaftliches Renommee und spiele eine zentrale Rolle in der Krankenversorgung.

Müller betonte, der Senat lege einen großen Schwerpunkt auf die Bildung – von der Kita bis zur Hochschule. „Wir haben verstanden, was wir an der Wissenschaft haben“, sagte er. Sie sei ein Wachstumsmotor in Berlin. Die Stadt habe dabei starke internationale Konkurrenz, „aber wir haben hier auch etwas vorzuweisen“. Dabei müsse die Politik auch auf die anderen Standorte der Charité gucken. „Sie haben uns an Ihrer Seite“, versprach der Regierende Bürgermeister dem Chef des Universitätsklinikums. Immerhin umfasse der Masterplan für die Bauprojekte jetzt 380 Millionen Euro. Wissenschaftssenatorin Scheeres nannte den Standort in Mitte einen „Leuchtturm der Charité“. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, das Hochhaus zu sanieren. Dagegen war am Beginn der Planung auch Kritik laut geworden. Unter anderem der ehemalige Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD), hatte sich damals für Abriss und Neubau ausgesprochen.

Die Entkernung des Hochhauses ist weitgehend abgeschlossen, auch die alte Stahlbetonfassade wurde fast komplett abgebaut. Bis zum Sommer soll die neue Fassade montiert sein. Die Arbeiten führen der Stuttgarter Baukonzern Züblin und der in Wien ansässige Spezialist für Krankenhausbauten, Vamed, aus.

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