Noch ist auf den Erweiterungsflächen der „Gärten der Welt“ am Kienberg nicht viel Grünes zu entdecken. Das liegt nicht nur an den Baufahrzeugen, die tiefe Spurrillen im aufgeweichten Boden hinterlassen haben, sondern vor allem an den winterlichen Temperaturen. Doch spätestens im Frühling soll sich das ändern. Darauf setzt zumindest die Internationale Gartenausstellung, die IGA Berlin 2017 GmbH, die in wenigen Wochen regelmäßig Führungen über die Baustelle anbieten wird.

„Wir haben uns die damalige Infobox am Potsdamer Platz zum Vorbild genommen“, sagte IGA-Geschäftsführerin Katharina Langsch. Angesichts der Größe des Areals werde es sogar drei Infoboxen geben, die über das Projekt informieren. Das Vorhaben des landeseigenen Unternehmens ist in der Tat gewaltig: Für die Internationale Gartenschau wird die bereits bestehenden Ausstellungsfläche der „Gärten der Welt“ in Marzahn-Hellersdorf auf dann rund 100 Hektar verdoppelt.

Arbeiten für IGA laufen bereits seit November

Die Arbeiten für das Megaprojekt haben bereits im November begonnen. „Wir haben die zehn besten Landschaftsarchitekten der Welt gefunden und zur Mitarbeit gewinnen können“, sagte Christoph Schmidt, der das Projekt gemeinsam mit Katharina Langsch verantwortet und am Donnerstag über den Fortgang der Arbeiten berichtete.

Im vollen Gange seien bereits die Arbeiten am Englischen Garten und an den fünf Gärten, die sich mit dem Thema Wasser beschäftigen. Der Englische Garten werde voraussichtlich Ende dieses Jahres fertig, so Schmidt. Allerdings werden die Besucher der „Gärten der Welt“ diesen Bereich erst 2017 betreten können. „Wir wollen ja einen perfekten englischen Landschaftsgarten präsentieren, dazu müssen die Pflanzen gut eingewachsen sein“, gab Schmidt zu Bedenken. Gebaut wird auch bereits am Blumberger Damm, dort wird die Baugrube für das neue Besucherzentrum ausgehoben. Und auch mit dem Bau der 2000 Quadratmeter großen und 14 Meter hohen balinesischen Tropenhalle wurde bereits begonnen.

Seilbahn soll ab 2016 gebaut werden

Die Arbeiten für die Seilbahn und den Aussichtspunkt „Wolkenhain“ auf dem Kienberg, von dem aus die Besucher das Gelände aus der Vogelperspektive erkunden können, werden dagegen erst 2016 beginnen. „Das Planfeststellungsverfahren läuft noch“, er rechne mit einer Baugenehmigung bis Ende dieses Jahres, so der IGA-Chef. Insgesamt würden 100 Millionen Euro verbaut, bezifferte Schmidt.

So viel Bautätigkeit kommt offenbar nicht bei allen Bürgern gut an – insbesondere, weil für die neu angelegten Gärten am Kienberg bislang frei zugängliche Gebiete mit Zäunen abgetrennt und Bäume gerodet werden. „Diese Maßnahmen sind mit dem Naturschutz abgestimmt“, betonte Schmidt. Dennoch kam es wiederholt zu Vandalismus auf der Baustelle, der Umwelt-Pavillon wurde mehrfach beschmiert, ein Bagger auf der Baustelle angezündet. „Die ganz große Mehrheit der Bürger ist begeistert von dem Projekt“, sagte Schmidt. Bei den Vandalen handele es sich um eine Handvoll „Krimineller“.