Restaurierung

Schloss Biesdorf bekommt alte Gestalt zurück

Foto: Hajo Eckert

Das Schloss Biesdorf an der Bundesstraße 1/5 soll wieder seine historische spätklassizistische Gestalt erhalten. Nach der denkmalgerechten Restaurierung der Erdgeschoss-Fassaden und des Turms der 140 Jahre alten Villa will der Verein "Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf" auch das fehlende Obergeschoss aufbauen.

Vereinsvorsitzender ist seit Mai 2008 der frühere Stadtentwicklungsstadtrat Heinrich Niemann. Er will die neue Etage zum Veranstaltungs- und Tagungssaal sowie zum Ausstellungszentrum ausbauen. So sei mit der Akademie der Künste zu Berlin eine ständige Otto-Nagel-Ausstellung geplant. Der Maler (1894–1967) lebte unweit des Schlosses und war von 1956 bis 1962 Präsident der Akademie der Künste der DDR. Bisher war für seinen Nachlass noch kein repräsentativer Ausstellungsort gefunden worden.

Niemann beziffert die Kosten für den Wiederaufbau des Obergeschosses auf 8,5 Millionen Euro. Der größte Teil des Geldes sei inzwischen durch die Klassenlotterie, EU-Fördermittel, Spenden oder „Biesdorfer Schloss-Aktien“ – Anteilscheine von Bürgern und Firmen – abgesichert, so der Vereinsvorsitzende. Der Bezirk werde sich mit 250.000 Euro beteiligen.

Die EU-Finanzierung ist an eine touristische Nutzung gebunden. Dem komme die Otto-Nagel-Ausstellung ebenso entgegen wie ein kulturelles Veranstaltungs-Netzwerk von Schloss und 14 Hektar großem Schlosspark, sagt Niemann. Auch mit dem Erholungspark Marzahn und seinen „Gärten der Welt“ solle es eine Kooperation geben.

Die Restaurierung der bestehenden Außenhülle der Schloss-Villa war im September 2006 mit der Übergabe des sanierten Turms im Wesentlichen beendet worden. Der Verein konnte dafür auf Spenden und Fördermittel von mehr als 1,6 Millionen Euro zurückgreifen.

Der Berliner Industrielle Werner von Siemens, hatte das Anwesen 1887 als Familiensitz erworben und 1889 seinem ältesten Sohn übertragen. 1927 wurde das Grundstück an die Stadt Berlin verkauft. 1945 brannte es aus. Zu DDR-Zeiten diente das Gebäude unter anderem als Bezirkskulturhaus Marzahn. Derzeit ist dort ein soziokulturelles Zentrum untergebracht.

( rg )