Auch wenn beim Müll-Skandal auf dem Gelände des Tierparks noch Fragen offen sind, hat Bausenator Andreas Geisel (SPD) ein positives Signal gegeben: Die Chancen stehen gut, dass die illegal deponierten Stoffe nicht so giftig sind, dass der Tierpark sie sofort räumen muss. „Wenn es sich weiter so verhält, dass von der Deponie keine Gefahr für Mensch und Tier ausgeht, dann kann der Tierpark das Gelände in seinen Entwicklungsplan einbinden“, sagte Senator Geisel der Berliner Morgenpost am Sonnabend. Allerdings sind die Untersuchungen erst Ende Februar 2015 endgültig abgeschlossen.

Die Oberfläche verrät wenig. Zwar sind die Hügel aus illegal deponiertem Abfall auf dem Gelände des Tierparks erschreckend groß. Aber wie giftig die Stoffe darin wirklich sind, muss mühevoll untersucht werden. So ist die Botschaft, die Geisel nun verkündet hat, nur ein Zwischenstand – aber einer, der optimistisch stimmt. Gefunden wurden bisher nur Schadstoffe der Klassen Z1 und Z2. Und die lassen laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen weiteren Betrieb ohne sofortige Räumung zu. Die nämlich würde den Tierpark rund 2,4 Millionen Euro kosten und damit seine ohnehin angeschlagene Finanzkraft weit übersteigen.

Senat bezahlt dem Bezirk die Prüfung des Schutts

„Wenn es sich weiter so verhält, dass von der Deponie keine Gefahr für Mensch und Tier ausgeht, dann kann der Tierpark das Gelände in seinen Entwicklungsplan einbinden“, sagte Senator Andreas Geisel der Berliner Morgenpost am Sonnabend. Die wichtige Ergänzung lautet: Große Teile der Hügel sind noch nicht untersucht. Und bisher waren die Vermutungen eher düster. Vieles deutete darauf hin, dass hochgiftige Baustoffe entsorgt wurden.

Diese mögliche Wende im Müll-Skandal verkündete der Senator nach Informationen der Morgenpost bereits am 23. Dezember in seinem Büro. Dort sagte er einer Gruppe um Tierpark-Chef Andreas Knieriem, dass die Chancen gut stünden, dass der Tierpark keine Anordnung zur Räumung erhält. Der Senat bezahlt dem Umweltamt des Bezirk Lichtenberg die Prüfung der Schuttberge. Ende Februar soll der Bericht vorliegen. Tierpark-Chef Knieriem muss seinerseits bis März einen Plan vorlegen, wie der Berg im Rahmen einer Erneuerung des Tierparks beseitigt werden kann.

Millionen für Neugestaltung des Tierparks

Sollte das Umweltamt tatsächlich zu dem Ergebnis kommen, dass der Hügel ungefährlich ist, dürfte die Zukunft des Tierparks gesichert sein: Dann würde nach Senatsplänen in den kommenden 15 Jahren ein zwei- bis dreistelliger Millionen-Betrag in eine Neugestaltung des Tierparks fließen. Denkbar ist auch, dass derzeit ungenutzte Flächen – etwa ein Drittel des riesigen Areals in Lichtenberg – mittelfristig für Wohnungsbau verkauft werden. Derzeit muss das Land den Betrieb jährlich mit einer Million Euro bezuschussen.

Die ausgestreckte Hand des neuen Finanzsenators und ehemaligen Lichtenberger Bürgermeisters Andreas Geisel bedeutet nicht das Ende der juristischen Aufarbeitung. Ermittlungen gegen eine Baufirma sowie den vorherigen Tierparkchef dauern an. Wie die illegal deponierten Stoffe auf das Gelände kamen, ist weiter unklar.

pvs