Anwohnerbeschwerden

Kiezläufer sollen Parklets an der Bergmannstraße retten

Der Kreuzberger Stadtrat Florian Schmidt lässt eine Hotline schalten. Anwohner der Begegnungszone können so telefonisch Hilfe anfordern.

Anwohner der Bergmannstraße kritisieren Lärmbelästigung durch Gelage in den Parklets

Anwohner der Bergmannstraße kritisieren Lärmbelästigung durch Gelage in den Parklets

Foto: Reto Klar

Berlin. Nächtliche Gelage, Müll und Lärm an den Parklets in der Begegnungszone Bergmannstraße – das sind Probleme, die dem zuständigen Stadtrat Florian Schmidt (Grüne) am Mittwochabend eine Missbilligung einbrachten.

Die Bezirksverordneten von CDU, SPD, Linken und FDP rügten damit Schmidts Amtsführung bei der Verwaltung der umstrittenen Begegnungszone in Kreuzberg. Denn eine Umsetzung des BVV-Beschlusses, das Experiment mit neuen Sitzmöbeln auf der Straße, Pollern und aufgemalten grünen Punkten zur Beruhigung des Verkehrs im Juli vorzeitig zu beenden, hat Schmidt bislang verweigert.

Kiezläufer dürfen keine Strafen verhängen

Stattdessen ergreift der Stadtrat in diesen Tagen neue Maßnahmen, um die Begegnungszone zu retten. Wie Schmidt in einem Interview mit der Berliner Zeitung mitteilte, sollen Kiezläufer die Beschwerden um nächtlichen Lärm befrieden.

„Wenn es abends und nachts Konflikte gibt, können Anwohner eine Hotline anrufen, dann kommen die Kiezläufer“, beschreibt er ihm die neue Maßnahme. Es handle sich um geschulte Security-Mitarbeiter, die im Ernstfall mit den Verursachern des Krachs reden sollen. Sanktionen und Verbote dürfe diese Eingreiftruppe aber nicht aussprechen, erklärt Schmidt – es gehe um einen „Diskurs auf der Straße“ im Rahmen eines „Präventionsprogramms gegen Lärm.“

Pankow plant Parkläufer für den Mauerpark

Auch in Pankow sollen in Kürze ein ähnliches Vorhaben starten, um auf eine steigende Zahl von Anwohnerbeschwerden zu reagieren. So genannte Parkläufer werden laut Bezirksamt zunächst im Mauerpark stationiert und sollen dafür Sorge tragen, dass Straßenmusiker sich an die vereinbarten Regeln halten.

Auf Beschluss des Bezirksamts sollen ihre Konzertbeiträge nicht mehr in Richtung von Wohnhäusern tönen lassen und nicht versuchen, sich gegenseitig durch Lautstärke zu überbieten. Parkläufer könnten Musiker im Ernstfall auf ihr Fehlverhalten ansprechen.