RAW-Gelände

Tourismus-Experten fordern Konzept gegen Gewalt in Berlin

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Hans H. Nibbrig
Partymeile Warschauer Straße. Das RAW-Gelände schließt dor t an

Partymeile Warschauer Straße. Das RAW-Gelände schließt dor t an

Foto: Steffen Pletl

Nach den Übergriffen in Friedrichshain fürchten die Tourismuswerber von Visit Berlin einen Imageschaden für die Stadt.

Berlin. - Nach den Gewalttaten in Friedrichshain haben sich jetzt die Tourismuswerber von Visit Berlin mit einer deutlichen Warnung zu Wort gemeldet. „Wenn sich solche absolut inakzeptablen Vorfälle häufen sollten, droht ein nicht unerheblicher Imageschaden für die Stadt“, sagte Visit-Berlin-Sprecher Christian Tänzler der Berliner Morgenpost.

Tänzler verwies auf die rasante Kommunikation im Internet. „Dort spricht sich inzwischen alles sofort herum, und das kann auch negative Folgen haben“, warnte Tänzler.

Am vergangenen Wochenende waren nahe dem bei Partygängern beliebten RAW-Gelände in Friedrichshain innerhalb von 90 Minuten ein Berliner und zwei niederländische Touristen von Straßenräubern und Taschendieben attackiert und zum Teil schwer verletzt worden.

Geschäftsleute und Anwohner klagten anschließend, derartige Gewalttaten nähmen immer mehr zu. Auch die Polizei bestätigte eine auffällige Häufung von Drogen-, Raub- und Diebstahlsdelikten rund um das RAW-Gelände, sucht aber einem Ermittler zufolge noch nach der optimalen Gegenstrategie.

Berlin-Touristen wissen um Gefahren in Friedrichshain

Berlin-Touristen berichteten dieser Zeitung, sie seien in ihren Heimatländern bereits darauf hingewiesen worden, dass es in dem Friedrichshainer Kiez nachts gefährlich werden könne.

Die Geschehnisse haben sich längst auch bis ins niedersächsische Göttingen herumgesprochen. Dort sitzt die Firma Kurth Immobilien, Besitzerin des RAW-Geländes. Die Vorfälle hätten ihn zutiefst erschüttert, sagte Firmenchef Hans-Rudolf Kurth. Um die Sicherheit zu verbessern, würden auf dem Gelände Büsche gerodet und ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt, kündigte Kurth an.

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Im RBB-Sender Radio 1 sprach sich Sven Heinemann, SPD-Abgeordneter aus Friedrichshain-Kreuzberg, für eine verbesserte Beleuchtung des RAW-Geländes und der Umgebung aus. Er forderte zudem, die Zufahrtsstraßen für eine begrenzte Zeit für parkende Autos zu sperren.

>>> Polizei zeigt auf dem RAW-Gelände Präsenz <<<

Senat, Bezirk und Polizei sollen reagieren

Von Visit Berlin kam die Forderung, Verantwortliche des Senats, des Bezirks und der Polizei müssten schnellstens Handlungskonzepte entwerfen, um einem weiteren Anstieg der Gewalt entgegenzutreten. Bislang sei das Image der Stadt bei in- und ausländischen Besuchern hervorragend, sagte Tänzler. „Und wir wollen, dass das so bleibt“, ergänzte er.

Unterdessen hat die Polizei zwei 20 und 22 Jahre alte Halbbrüder festgenommen, die Touristen in Friedrichshain überfallen haben sollen. Vier Taten kann man den Männern mit Sicherheit zuordnen. Ob sie für weitere Raubüberfälle in dem Kiez rund um die Warschauer Straße und das RAW-Gelände infrage kommen, wird geprüft.