Drei Bewohner der früheren Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg sind nach einem Angriff auf Polizisten zu Strafen von elf bis 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Amtsgericht sprach die Männer am Dienstag der versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie der Nötigung schuldig. Die 29 bis 39 Jahre alten Angeklagten hatten Stein- und Flaschenwürfe vom Dach des Gebäudes zugegeben. „Sie wollten die Beamten vertreiben“, hieß es im Urteil.

Zu der Attacke war es während einer Protestaktion im Juli vorigen Jahres gekommen. Die Polizei war damals eine Woche lang mit mehreren hundert Beamten im Einsatz. Schulbesetzer wollten eine befürchtete Räumung verhindern. Die drei aus dem Sudan stammenden Angeklagten hätten bei den Würfen „in Kauf genommen, jemanden zu verletzen“, stand für das Gericht fest.

Laut Anklage gab es fünf Würfe binnen 17 Minuten. Die Polizisten hätten den Wurfgeschossen, die auf den Hof der früheren Schule flogen, ausweichen können. Videoaufnahmen führten im Dezember zur Festnahme der drei Angeklagten. Sie befanden seitdem in Haft.

In der einstigen Schule lebten seit Dezember 2012 bis zu 200 Menschen unter katastrophalen Bedingungen. Ein Großteil von ihnen hatte das Gebäude im Juni 2014 freiwillig verlassen.

dpa