Gegen Drogenkontrollen und gegen die Neugestaltung des Görlitzer Parks durch den Bezirk richtete sich am Sonntag das Fest „Take back the Park“ in der Kreuzberger Grünanlage. Zwischen 12 und 22 Uhr hatte die Versammlungsbehörde die Kundgebung mit Musik gestattet. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurde mit bis zu 200 Teilnehmern gerechnet. Zunächst war außer dem üblichen Besucherverkehr im Görlitzer Park von einer Veranstaltung jedoch nichts zu sehen oder zu hören. Erst am frühen Abend kamen einige Dutzend Menschen, zudem wurde laute Techno-Musik gespielt.

Der Bezirk hatte die Veranstaltung zunächst nicht genehmigen wollen. Die Genehmigung wurde erst auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts hin erteilt. „Das Gericht war der Argumentation des Bezirksamtes nicht gefolgt, dass sich der Park für eine solche Veranstaltung nicht eignet“, hieß es in einer Erklärung des zuständigen Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg.

Neben der Kundgebung im Görlitzer Park waren nahezu zeitgleich zwei weitere Kundgebungen in der unmittelbaren Nachbarschaft angemeldet. An der Ohlauer Straße wurden zwischen 12.30 Uhr und 22 Uhr unter dem Motto „Freiraum Ohlauer“ 100 Teilnehmer erwartet. Auf dem Spreewaldplatz wollten laut Polizei ungefähr 100 Menschen die „Gefahrengebiete wegtanzen“.

Flaschenwürfe am Oranienplatz

Anders hingegen am Sonnabend. Dort protestierten am Nachmittag auf dem Oranienplatz mehrere Tausend Menschen gegen eine Verschärfung des Bleiberechts für Asylsuchende. Am frühen Abend kletterten 40 Personen auf BVG-Wartehäuschen, Ampeln und auf ein Fassadengerüst. Am Abend wurde Pyrotechnik abgebrannt. Kurz vor Ende der Kundgebung riefen Teilnehmer von der Bühne aus zu einer Spontandemonstration auf. Nach Angaben einer Polizeisprecherin hatten ungefähr 150 Personen versucht, danach über die Oranienstraße in Richtung Adalbertstraße zu laufen. Das habe man unterbunden. Daraufhin seien Flaschen geworfen worden, ein Müllcontainer wurde in Brand gesetzt. 17 Beamte seien leicht verletzt worden, hieß es danach, die Polizei setzte Pfefferspray ein und sprach Platzverweise aus. Die Beamten nahmen die Personalien von 18 Demonstranten auf und leiteten 34 Strafermittlungsverfahren ein .