Der Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg wird am heutigen Sonnabend von den Aktivisten für Flüchtlinge in Besitz genommen. Ab 16 Uhr wollen sie für ein „bedingungsloses Bleiberecht“ demonstrieren. Mehrere linke Gruppen haben zu dieser Kundgebung aufgerufen. Mit bis zu 5000 Teilnehmern rechnen die Organisatoren. Die Oranienstraße ist daher zwischen Prinzen- und Adalbertstraße für den Fahrzeugverkehr gesperrt.
Auf der Internetseite der Veranstalter heißt es, man wolle gegen die geplante Asylrechtsverschärfung „ein starkes Zeichen setzen“. Geplant ist zudem für die bis 22 Uhr genehmigte Veranstaltung auch der Aufbau einer Bühne auf dem Oranienplatz. Neben zahlreichen Redebeiträgen und Vorträgen sollen dort laut Veranstalter auch namhafte Künstler auftreten. Unter anderem rechnen sie mit dem Sänger Peter Fox.
In den zurückliegenden Jahren hatten zahlreiche Aktionen der „Flüchtlingsbefürworter“ auf dem Oranienplatz diesen Ort zum Symbol des Protestes gegen die bestehende Asylpolitik werden lassen. Längere Zeit campierten dort Flüchtlinge unter freiem Himmel. Die vor allem aus Afrika stammenden Männer und Frauen forderten eine Änderung des Asylrechts in Europa und ein Bleiberecht in Deutschland. Erst nach zähem Ringen im Senat ist diesen Flüchtlingen eine Einzelfallprüfung zugesagt worden. Danach räumten sie vor einem Jahr das „Lager“ freiwillig. Auf dem Platz geblieben war ein Informationspunkt. Als Symbol der Flüchtlingsschicksale stellten Künstler das Kunstprojekt „28 Türen“ auf dem Platz auf. Die 28 Türen symbolisierten die EU-Staaten.
Proteste zur Flüchtlings- und Drogenpolitik in Kreuzberg auch am Sonntag
Die Installation war ursprünglich auf dem Tempelhofer Feld errichtet worden und diente dort bis August 2014 für eine Vielzahl von Veranstaltungen. Das Kunstwerk musste demontiert werden. Anschließend wurde es auf dem Kreuzberger Oranienplatz wieder aufgebaut und als Veranstaltungsort weiter genutzt. Ende März brannte die Holzkonstruktion ab.
Am Sonntag gehen in Kreuzberg die Proteste zur Flüchtlings- und Drogenpolitik weiter. Von der Versammlungsbehörde ist eine Veranstaltung von 12 bis 22 Uhr im Görlitzer Park genehmigt worden.




