Nach dem Brandanschlag auf das Flüchtlings-Kunstprojekt auf dem Oranienplatz in Kreuzberg sucht die Polizei weiter nach dem Täter. Der runde Holzpavillon „Haus der 28 Türen“ war in der Nacht zum Dienstag abgebrannt. Die Polizei geht von einer gezielten Brandstiftung aus, am Mittwoch blieb aber weiterhin unklar, ob der Anschlag politisch motiviert war.
„Die Auswertung der Spuren dauert an“, sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwochnachmittag. Derzeit ermittle weiterhin ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA). Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz sei noch nicht eingeschaltet worden. Es gebe noch keine konkreten Hinweise auf einen politischen Hintergrund, so die Polizei. Bei einem Anschlag auf ein Mahnmal zur Flüchtlingspolitik könnten rechtspolitische Motive allerdings nicht ausgeschlossen werden.
Nach bisherigen Erkenntnissen brach das Feuer in dem Pavillon gegen 1 Uhr früh aus. Ein Anwohner hörte einen lauten Knall und sah, wie ein Mann vom Platz über den Segitzdamm und die Reichenberger Straße in Richtung Kottbusser Damm flüchtete. Aufgrund der Personenbeschreibung nahmen Polizeibeamte in der Nähe einen 25 Jahre alten Mann vorläufig fest. Da der Zeuge den Festgenommenen jedoch als Täter nicht wiedererkannte, wurde der 25-Jährige wieder entlassen. Die Polizei sucht nun weiter auf Hochtouren nach dem Täter.
Feuer im Pavillon gelegt
Erste Ermittlungen ergaben, dass der Täter ins Innere des Pavillons eingedrungen ist um dort das Feuer zu legen, teilte die Polizei ebenfalls am Mittwoch mit. Vieles spreche außerdem dafür, dass ein Brandbeschleuniger benutzt wurde, so ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr konnte den Pavillon nicht mehr retten – am Ende stand nur noch das Gerippe.
Am Mittwochvormittag nahmen Flüchtlinge und ihre Unterstützer auf dem Oranienplatz Stellung zu dem Brandanschlag. „Das ist ein trauriger Moment für uns und für die ganze Welt“, sagte ein Mann namens Mohammed. Der für lange Zeit besetzte Oranienplatz sei für die Flüchtlinge weiterhin eine „symbolische Basis“. Die Installation sollte den Blick auf Flüchtlingsschicksale lenken, so Mohammed. Die Türen standen für die 28 EU-Staaten. Der Pavillon war als Ersatz für das zuvor abgebrannte Versammlungszelt von einer Künstlergruppe zur Verfügung gestellt worden. Das Versammlungszelt wurde im Juni 2014 ebenfalls Opfer eines Brandanschlages. Die Ermittlungen gegen Unbekannt wurden im November eingestellt. Es konnte kein Täter ermittelt werden.





