Mit einer Klage will der Verein Naturfreunde Deutschland den Bau von Wohnungen auf einer Industriebrache in Friedrichshain verhindern. Wie der Rechtsanwalt des Vereins, Ahmed Abed, am Montag mitteilte, sei das Bauvorhaben der Bauwert Gruppe auf dem rund 26.000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Freudenberg-Fabrik zwischen Boxhagener Straße, Holteistraße und Weserstraße ohne Umweltverträglichkeitsvorprüfung rechtlich nicht zulässig. „Die schiere Größe des Bauvorhabens mit über 650 Wohnungen und mehr als 7000 Quadratmetern für Einzelhandel, Büro- und Praxisräume machen diese zwingend erforderlich“, sagte Ahmed.

Henning Hausmann, Sprecher der Bauwert-Gruppe, reagierte gelassen auf die Klageankündigung. „Wir haben bereits einen rechtsgültigen Bauvorbescheid“, sagte Hausmann. Man kenne zwar den Inhalt der Klage nicht, gehe aber davon aus, dass diese wirkungslos bleiben werde. Auch bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werden der Klage des Vereins wenige Chancen eingeräumt. „Die Oberste Baubehörde hat im Rahmen von Widerspruchsverfahren die Rechtmäßigkeit des Bauvorbescheides sorgfältig geprüft und das Bauvorhaben als genehmigungsfähig beschieden“, sagte der Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Engelbert Lütke Daldrup. Das Vorhaben füge sich hinsichtlich der Nutzung und der Lage der Gebäude in die Eigenart der näheren Umgebung ein.

Neben der Klage ist das Bauvorhaben auch mit einem drohenden Bürgerbegehren konfrontiert. Die Bürgerinitiative Ideenwerkstatt Freudenbergareal teilte am Montag mit, dass bei dem von ihr gestarteten Bürgerbegehren bisher mehr als 10.000 Unterschriften gesammelt worden sind. „5741 gültige Stimmen und damit drei Prozent der Wahlberechtigten reichen, damit das Verfahren in Gang gesetzt werden kann“, sagte Heidi Neppach von der Bürgerinitiative. Am Mittwoch kommender Woche werde man die Unterschriften beim Rechtsamt des Bezirks abgeben.

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