Ausstellung

Berliner East Side Gallery zeigt Grenzanlagen aus aller Welt

An der East Side Gallery eröffnet eine Ausstellung mit Fotos von Grenzen - angebracht an die Hinterlandmauer. Gezeigt werden zum Beispiel die Grenzen zwischen Nord- und Südkorea und den USA und Mexiko.

Foto: Kai Wiedenhöfer

Zur East Side Gallery in Friedrichshain mit ihren bunten Mauerbildern kommen Touristen aus aller Welt. Nun soll auch die andere Seite der einstigen Hinterlandmauer Besucher anziehen. Dort wird am 10. Juli unter freiem Himmel eine Ausstellung mit riesigen Fotos eröffnet, wie Fotograf Kai Wiedenhöfer sagte. Auf der Rückseite der original erhaltenen Mauer werden auf einer Länge von 360 Metern Aufnahmen von Grenzanlagen in aller Welt zu sehen sein.

Er habe beispielsweise Grenzen zwischen Nord- und Südkorea sowie den USA und Mexiko fotografiert, sagte Wiedenhöfer. Seit 2006 sei er dafür unterwegs gewesen. Den Fall der Berliner Mauer habe er ebenso im Bild festgehalten. Auch dieses historische Ereignis solle bei der Ausstellung gewürdigt werden.

Zu seinem Anliegen sagte der Fotograf, dass er deutlich machen wolle, dass politische Konflikte nicht mit Mauern zu lösen seien. Eine Ausstellung an der Berliner Mauer sei sein Traum gewesen, sagte der 47-Jährige. Die Fotos über acht Grenzen sind auch in dem Band „Confrontier“ erschienen. Die 36 großflächigen Bilder sollen bis September auf der einstigen Hinterlandmauer gezeigt werden.

Proteste gegen herausgenommene Mauer-Segmente

Zuletzt hatte es Proteste an der East Side Gallery gegen das Vorhaben eines privaten Investors gegeben, der auf dem früheren Todesstreifen zwischen Mauer und Spree ein Wohnhochhaus errichtet. Dafür waren bemalte Segmente aus der Mauer-Galerie herausgetrennt worden. Dagegen hatten auch Opferverbände ihre Empörung geäußert. Das umstrittene Vorhaben wurde trotz Protesten nicht gestoppt. Auch ein Brückenbau des Senats sorgte für Widerstand. Kritisiert wird der Investor auch wegen seiner angeblich inoffiziellen Mitarbeit für die Stasi. Erst vor wenigen Tagen hatte das Verwaltungsgericht beschlossen, dass die Stasi-Unterlagen zum Investor nicht unter Verschluss bleiben müssen. Laut Verwaltungsgericht kam die Stasi-Unterlagen-Behörde nach Recherchen zu dem Ergebnis, der heutige Unternehmer sei in den 80er-Jahren als IM der Stasi tätig gewesen.

Die East Side Gallery ist die weltweit längste Open-Air-Galerie. Sie befindet sich auf dem längsten erhaltenen Rest der Berliner Mauer an der Mühlenstraße zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke. Im Frühjahr 1990, nach der Öffnung der Mauer, wurde dieses Teilstück von 118 Künstlern aus 21 Ländern auf einer Länge von 1316 Metern bemalt. Heute existieren von den Originalen von 1990 nur noch die im Jahr 2009 entstandenen Repliken.