Das neue Hotel hinter der East Side Gallery in Friedrichshain soll zwei Geschosse mehr bekommen als ursprünglich geplant. Das wünscht sich der Investor, eine israelische Unternehmensgruppe um den Geschäftsmann Alon Mekel. „Waterfront Living“ heißt sein Projekt an der Mühlenstraße 61–63, das neben dem Wohnturm „Living Levels“ von Investor Maik Uwe Hinkel entsteht.

Im Gebäude „Waterfront Living“ sollen außerdem wesentlich mehr Wohnungen entstehen als bisher vorgesehen. Ihr Anteil soll von 20 auf 50 Prozent steigen. Auch das will der Investor. Der Grund für die Änderungen ist der Kompromiss, der für die Neubauten hinter der East Side Gallery gefunden wurde. Beide werden eine gemeinsame Zufahrt haben, über das Grundstück der israelischen Eigentümer.

Mauer-Kompromiss mit Folgen für das Nachbargrundstück

Dieser Kompromiss war Ende März von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), den Investoren Hinkel und Mekel sowie Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) vereinbart worden. Damit wird eine große Lücke in der East Side Gallery vor Hinkels Grundstück, Mühlenstraße 60, vermieden.

Gegen diese Lücke in der denkmalgeschützten Galerie hatte es massiven Protest gegeben. Der Kompromiss hat Folgen für die Planung auf dem Nachbargrundstück. Dort muss der Zufahrtsweg zum Wohnturm verlaufen, der bislang nicht vorgesehen war.

Gebäude soll künftig neun statt sieben Stockwerke haben

Deshalb ändern sich die Pläne für den 120 Meter langen Gebäuderiegel an der Mühlenstraße 61–63, in dem ein Hotel, Gastronomie und Wohnungen vorgesehen sind. Baugrenzen sollen verschoben werden. Auch die Tiefgarage ist betroffen.

Der Investor von „Waterfront Living“ hat die geänderten Pläne beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg eingereicht. Es sind mehrere „Anträge auf Befreiung“ von den Festlegungen, die im Bebauungsplan getroffen wurden. Weil das Gebäude künftig neun statt sieben Stockwerke hat, erhöht sich die Geschossfläche um 13 Prozent, von 13.770 auf etwa 15.500 Quadratmeter.

Grüne stellen sich gegen Antrag des Investors

Im Bezirk stößt der Wunsch des Investors auf Ablehnung. Die Grünen-Fraktion in der BVV fordert, dass das Bezirksamt „keine Erhöhung der Baumassen hinter der East Side Gallery“ genehmigt. Der Antrag wird am heutigen Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung abgestimmt.

„Wir lehnen die Bebauung hinter der East Side Gallery ab“, sagte Paula Riester, Fraktionschefin der Grünen. Seine Fraktion werde sich bei der Abstimmung enthalten, sagte SPD-Fraktionsvize John Dahl. „Wir wollen den Kompromiss zur East Side Gallery nicht gefährden.“ Wenn die BVV den Antrag der Grünen beschließt, wird das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg die „Anträge auf Befreiung“ ablehnen.