Grüne und CDU in Charlottenburg-Wilmersdorf wollen einen Platz in der Nähe des Kurfürstendamms nach der Holocaust-Überlebenden und Zeitzeugin Margot Friedländer benennen. In einem Dringlichkeitsantrag für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fordern die beiden Fraktionen das Bezirksamt auf, sich mit einem entsprechenden Antrag an die Senatsverwaltung zu wenden. Der umbenannte Platz soll künftig den Namen Margot-Friedländer-Platz tragen. Zuerst hatte die Berliner Zeitung berichtet.

Grundsätzlich ist im Berliner Straßengesetz festgeschrieben, dass Straßen und Plätzen erst fünf Jahre nach dem Tod der Person nach dieser benannt werden dürfen. Es sind jedoch Ausnahmen möglich. CDU und Grüne wollen diese nun geltend machen: Ihrem Antrag zufolge soll die Benennung des Platzes zum ersten Todestag von Friedländer am 9. Mai 2026 erfolgen.

Friedländer wurde als Jüdin von den Nazis in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Später emergierte sie in die USA, kam aber mit 88 Jahren zurück nach Deutschland, wo sie sich für Menschlichkeit und Demokratie einsetzte. Die Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin der NS-Herrschaft ist am 9. Mai im Alter von 103 Jahren gestorben. Am Donnerstag soll Friedländer in Berlin-Weißensee beerdigt werden.