Mit gut zweimonatiger Verzögerung geht es los: In den vergangenen Tagen haben auf dem Kronprinzessinnenweg durch den Grunewald die Vorbereitungen für die Bauarbeiten der Berliner Wasserbetriebe (BWB) begonnen. Dafür soll ab Montag auch die Vollsperrung der insbesondere bei Radfahrern beliebten Strecke folgen; die Einschränkungen werden sich den aktuellen Angaben zufolge bis in den August 2025 hinein ziehen. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung gibt es dabei mehrere Änderungen, die auch Auswirkungen auf die Streckensperrung haben.
Die Bauarbeiten betreffen den Abschnitt des Kronprinzessinnenwegs zwischen Havelchaussee und dem Abzweig Hüttenweg. Auf insgesamt knapp fünf Kilometern Länge soll dort eine Trinkwasserleitung erneuert werden. Diese bringt Trinkwasser vom Wasserwerk Beelitzhof in die Stadt und hat laut Wasserbetrieben eine „übergeordnete Bedeutung für die Versorgungssicherheit“, allerdings stammt das bisherige Rohr bereits aus dem Jahr 1900.
Aus Altersgründen wird daher der Austausch nötig, in den die Wasserbetriebe rund sechs Millionen Euro investieren. Eigentlich sollte das Vorhaben bereits Ende Juli starten, wurde dann aber wegen „weiterer interner Abstimmungsprozesse“ noch einmal verschoben.
Kronprinzessinnenweg: Bauarbeiten finden in zwei Abschnitten statt
Geplant ist nun, die Trinkwasserleitung aufgeteilt auf zwei Bauabschnitte zu erneuern, sodass nicht die komplette Strecke des Kronprinzessinnenwegs gesperrt wird. Begonnen wird im Teilstück zwischen Havelchaussee und Fischerhüttenweg, danach schließt sich der Abschnitt zwischen Fischerhüttenweg und Hüttenweg an.
Die Sperrung soll wochentags im Zeitraum von 7 bis 18 Uhr gelten, am früheren Morgen und abends sowie an Wochenenden ist der Kronprinzessinnenweg zumindest mit Einschränkungen begeh- und befahrbar. Laut Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf soll dabei das erforderliche Mindestmaß von 2,50 Metern für einen gemeinsamen Geh- und Radweg eingehalten werden. Im Gegenverkehr kann es für Radfahrer und Fußgänger allerdings auch mal eng werden.

Außerdem soll, im Anschluss an die Arbeiten an der Trinkwasserleitung, die Fahrbahnoberfläche des Kronprinzessinnenwegs auf gesamter Breite erneuert werden, also nicht nur im Bereich des Rohrs. Das geschehe „auf Wunsch des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf“, heißt es von den Wasserbetrieben. „Dadurch wird es im Laufe der Jahre 2024 und 2025 jeweils kurzzeitig zu Vollsperrungen auch abends und an Wochenenden kommen“, teilte das Unternehmen mit.
Zwei Jahre nach dem angestrebten Abschluss der nun stattfindenden Bauarbeiten könnte auf dem Kronprinzessinnenweg dann bereits das nächste Projekt starten: Das landeseigene Unternehmen Infravelo will, wenn alles nach Plan läuft, im Jahr 2027 mit dem Bau des Radschnellwegs vom S-Bahnhof Wannsee nach Halensee und zur Messe starten. Die Strecke soll ebenfalls über den Kronprinzessinnenweg sowie weiter über den Königsweg führen. Zunächst ist dafür allerdings noch ein Planfeststellungsverfahren nötig.



