Jüdische Vertreter sind besorgt über eine Protest-Aktion palästinensischer Aktivisten am Freitag in Charlottenburg. Das American Jewish Committee Berlin (AJC) befürchtet, es könne zu Gewalttaten gegenüber Besuchern der Synagoge in der Joachimsthaler Straße kommen. Der Palästinenser-Protest endet in der Nähe des jüdischen Gotteshauses – zu dem Zeitpunkt, wenn der dortige Gottesdienst beendet ist.

„Dies stellt eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit der Gottesdienstbesucher dar. In der Vergangenheit ist es schließlich bereits mehrfach zu Angriffen auf Juden am Rande ähnlicher Demonstrationen gekommen“ sagt Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin, in einer Mitteilung. Sie spricht von einer „bewussten Provokation“ und vermutet, dass damit Juden in Berlin „implizit für die israelische Politik verantwortlich gemacht“ würden. Ihre Organisation fordert die Polizei auf, die Route noch einmal „gründlich zu prüfen“ und die Sicherheit der Gottesdienstbesucher zu gewährleisten. Das AJC ist eine US-Organisation, die sich für die Sicherheit von Juden weltweit einsetzt. Sie unterhält zehn internationale Zweigstellen, unter anderem in Berlin.

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Für Freitagabend hat die „Palästinensische nationale Arbeitskommission“ zu einer Menschenkette mit Kerzen aufgerufen. Rund 200 Personen wurden bei den Behörden angemeldet. Damit wollen die Aktivisten ihre Solidarität mit palästinensischen und arabischen Gefangenen und Hungerstreikenden in israelischen Haftanstalten zum Ausdruck bringen. Mitte April haben rund 1000 palästinensische Häftlinge in Israel einen unbegrenzten Hungerstreik begonnen, um eine Verbesserung ihrer Haftbedingungen zu erreichen.

Das AJC wirft den Initiatoren eine uneingeschränkte Solidarisierung mit allen Inhaftierten vor. Diese schließe ebenso Menschen ein, die wegen terroristischer Aktivitäten von israelischen Gerichten verurteilt worden seien.

Bereits vor einer Woche demonstrierten palästinensische Aktivisten für die Gefangenen:

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Die jüdische Organisation verweist auf ähnliche Demonstrationen, bei denen es in der Vergangenheit zu antisemitischen Vorfällen gekommen sei, etwa während des Gaza-Krieges 2014. „Es darf nicht sein, dass Juden im Zentrum Berlins sich womöglich nicht trauen, einen Gottesdienst zu besuchen oder dies nur mit Angst“, sagt Deidre Berger. Auch Sergey Lagodinsky, Repräsentant der jüdischen Gemeinde Berlin, ist besorgt. Dass die Polizei die Route genehmigt habe, zeuge von fehlender Sensibilität. „Die Behörden müssen sofort eingreifen!“

Die Polizei teilt die Sicherheitsbedenken nicht. Die Lage sei am Mittwoch noch einmal geprüft worden. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der nächstgelegene Punkt der Menschenkette zur Synagoge immer noch weit genug entfernt ist“, heißt es auf Anfrage. Es gebe keine ausreichenden Bedenken um die Veranstaltung abzusagen oder umzuleiten. Die Initiatoren der Menschenkette waren für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen.

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