Direktor Andreas Knieriem hat die Öffnungszeiten für den Zoo und den Tierpark Berlin geändert. Besucher haben nun weniger Zeit, um sich Tiere anzusehen und durch das Gelände zu streifen. In beiden Einrichtungen schließen die Kassen seit Jahresbeginn schon um 16 Uhr. Danach kann man kein Tagesticket mehr kaufen. 2014 konnte man noch eine halbe Stunde länger eine Karte erwerben und das Gelände betreten.
Bis 16.30 Uhr werden jetzt nur noch die eingelassen, die ein Jahresticket besitzen oder die Karte online gekauft haben. „Das machen wir hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen“, sagte Sprecherin Christiane Reiss. „Um diese Uhrzeit kommt kaum noch jemand, um eine Karte zu kaufen. Es hat keinen Sinn, solange geöffnet zu haben. Außerdem ist es im Winter früh dunkel.“
Strenger als bisher sind auch die weiteren Regelungen. Nach Kassenschluss gebe es eine Karenzzeit von eineinhalb Stunden, so die Sprecherin. „In dieser Zeit können sich die Gäste noch im Park aufhalten.“ Gegen 17.30 Uhr werden sie von Mitarbeitern des neu engagierten Sicherheitsdienstes gebeten, zum Ausgang zu gehen.
Die Tiere müssen ihre Nachtruhe haben
Da man Zoo und Tierpark durch Drehkreuze verlassen kann, bestehe theoretisch die Möglichkeit, auch auf dem Gelände zu übernachten. Eine genaue Kontrolle habe es zuvor nicht gegeben. „Das können wir wegen unserer Sicherungspflicht nicht so weiter machen.“ Die Tiere müssten ihre Nachtruhe haben. Aber auch die Sicherheit der Besucher sei wichtig, etwa, wenn jemand noch auf dem Gelände sei und ihm etwas passiere, so Reiss, „wenn er zum Beispiel umknickt, dann findet ihn keiner“.
Ab 15. März gelten die Sommeröffnungszeiten. Dann schließen die Kassen in Zoo und Tierpark um 17 Uhr – auch eine halbe Stunde früher als im Sommer 2014. Bis 18.30 Uhr haben dann die Besucher Zeit, das Gelände zu verlassen. Gerade im Tierpark in Friedrichsfelde mit dem 160 Hektar großen Areal brauche man Zeit, um zum Ausgang zu gelangen, sagte Zoo-Sprecherin Reiss. Dort sei der Sicherheitsdienst sogar mit einem Auto unterwegs. „Es sind nicht alle Besucher vernünftig und bleiben auf den Wegen.“
Touristin schwimmt im Becken der Seehunde
Im August 2014 sei eine Touristin im Becken der Seehunde geschwommen, gegen 19.30 Uhr, als der Zoo längst geschlossen hatte. Sie blieb unverletzt und wurde privat beim Baden gefilmt. Weder Zoo-Mitarbeiter noch Sicherheitskräfte bemerkten den Vorfall. „Das hätte auch ganz anders ausgehen können.“ 2013 fanden Tierpfleger am Morgen einige Flamingos mit gebrochenen Beinen vor. Auch Spielplätze seien nachts verwüstet worden.
Die frühen Schließzeiten seien in anderen Zoos längst üblich, sagte Christiane Reiss. Auch wegen des Personals. „Man kann bei den Tierpflegern kein Zwei-Schicht-System einführen. Das würde enorme Kosten verursachen.“ Denn solange Besucher im Zoo und Tierpark sind, sollen die Tiere auch auf den Außenanlagen zu sehen sein. Wenn die Einrichtungen geschlossen werden, dann kommen die meisten Tiere in ihre Innengehege und bleiben dort bis zum Morgen. Zoo und Tierpark öffnen das gesamte Jahr über um 9 Uhr. Das soll sich nicht ändern. Auch die Drehkreuze werden nicht abgeschafft, denn sonst müsste Personal an den Ausgängen stehen, um den Besucherverkehr zu kontrollieren. „Das wollen wir nicht.“





