Der Karlsruher Zoo erwartet in den nächsten Wochen zwei Elefantendamen aus Berlin – obwohl die Außenanlage eigentlich schon jetzt zu klein ist. Für ältere Tiere sei die Anlage im Zoologischen Stadtgarten noch geeignet, weil diese nicht so mobil seien wie jüngere, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag.

Bisher leben in Karlsruhe die beiden betagten Elefantenkühe Rani (59 Jahre) und Shanti (58) sowie die noch vergleichsweise rüstige Jenny (31). Wann aus Berlin die 41-jährige Louise und die 34-jährige Astra dazukommen, steht noch nicht genau fest. Das liege daran, dass noch nicht alle Papiere für den Transport fertig seien, sagte eine Sprecherin des Berliner Tierparks. Auch das Wetter muss mitspielen: Bei Minus-Temperaturen muss der Umzug verschoben werden.

„Wir freuen uns, dass zwei unserer ältesten Elefantenkühe im Zoo Karlsruhe ihren Altersruhesitz finden“, erklärte der Tierarzt des Tierparks Berlin, Günter Strauß. Wegen einer erfolgreichen Elefantenzucht sei im Tierpark der Platz knapp geworden. Dort bleiben acht Asiatische und sechs Afrikanische Elefanten.

Karlsruher Bürgermeister weist Kritik zurück

Der für den Karlsruher Zoo zuständige Bürgermeister Michael Obert (FDP) wies in den „Badischen Neuesten Nachrichten“ Kritik von Tierschützern zurück, die Aufnahme von zwei weiteren Elefanten verschlechtere die Situation angesichts der „völlig veralteten Außenanlage“ weiter. Die Organisation hatte den Verantwortlichen vorgeworfen, mit dem Umzug der beiden Elefantenkühe enge soziale Beziehungen zu zerreißen. Dies bedeute Stress und Aggressionen für die Tiere, was auch das Unfallrisiko für die Pfleger erhöhe.

Die Richtlinien für die Haltung von Säugetieren sehen 2000 Quadratmeter als Mindestgröße für ein Elefantengehege sowie 500 je Elefantenkuh vor. Die Karlsruher Anlage misst aber nur 1700 Quadratmeter. Die Stadt arbeitet an einem neuen Konzept für den Zoo. Dabei ist auch an eine „Altersresidenz“ für Elefanten gedacht.

dpa