Denkmal

Gedächtniskirche - Turmruine wird erst im November fertig

Die oberen Gerüste des Alten Turms der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurden schon vor Monaten abgebaut. Doch der Endspurt für das Denkmal dauert an und dürfte sich noch bis zum November hinziehen.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Immerhin ist sie wieder zu sehen und die Touristen müssen sie nicht suchen: die weltberühmte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Die oberen Gerüste des Alten Turms wurden vor Monaten abgebaut.

Doch der vor langer Zeit angekündigte Endspurt für das Denkmal dauert immer noch an. Die Arbeiten, die eigentlich seit dem Frühjahr dieses Jahres fertig sein sollten, werden sich voraussichtlich noch bis zum November hinziehen.

„Der Teufel steckt im Detail. Es ist viel mehr zu tun, als wir dachten“, sagt Pfarrer Martin Germer. Da auch im unteren Fassadenbereich hinter den Tuffsteinblöcken immer wieder gravierende Schäden festgestellt wurden, muss länger als ursprünglich geplant saniert werden.

Der 71 Meter hohe Alte Turm wurde im Herbst 2010 eingerüstet. Nach gründlichen Voruntersuchungen hatten 2012 die aufwendigen Sanierungsarbeiten begonnen. Dabei wurde nicht nur die Fassade der Turmruine Stein für Stein untersucht und restauriert, auch die vier Uhren wurden überholt und neu vergoldet.

Kosten bleiben im Rahmen

In den nächsten Tagen soll das Gerüst immerhin weiter abgebaut werden. Bis zur Plattform, auf der sich allerdings die Baustelleneinrichtung mit Containern und Werkzeugen befindet. Sie soll Anfang Oktober demontiert werden. „Dann bleiben noch die untersten sechs Meter Gerüst übrig, die wir auch noch brauchen, damit die Handwerker, hauptsächlich Steinmetze, dort die Restarbeiten am Turm erledigen können“, berichtet Germer.

Trotz der Verzögerung würden sich die Kosten nicht erhöhen. 4,2 Millionen Euro stehen zur Sanierung des Denkmals zur Verfügung. 1,2 Millionen Euro wurden durch Spenden aufgebracht, allein 400.000 Euro über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Das Land Berlin, der Bund und die Berliner Lotto-Stiftung sind je mit einer Million Euro beteiligt.

Bis zum Aufbau des Weihnachtsmarktes im November soll aber alles erledigt sein. Der Aufstellung des Weihnachtsbaumes an seinem traditionellen Ort zwischen Altem Turm und Kirche werde nichts im Wege stehen, sagt Germer.

Auch aus einem anderen Grund müssen die Bauarbeiten im November beendet sein. Denn am 6. November will die Gedächtniskirche mit einem außergewöhnlichen Event an den belgischen Erfinder des Saxophons, Adolphe Sax (1814–1894), erinnern. 200 Saxophonisten werden dann rund um die Kirche anlässlich seines 200. Geburtstages spielen, ein Saxophonquartett wird zudem oben aus der Turmruine zu hören sein, bevor das Geburtstagskonzert um 20 Uhr in der Kirche beginnt.