City-West

„Schmuddelecke“ an der Joachimstaler Straße soll Neubau weichen

Ein repräsentativer Neubau soll den heruntergekommenen Komplex zwischen Kant- und Hardenbergstraße ersetzen. Er soll die City West rund um die Gedächtniskirche weiter aufwerten.

Foto: Krauthoefer / Jörg Krauthöfer

Für die Geschäftsleute und Einzelhändler an der Joachimstaler Straße 1–4 wird es sich wohl nicht mehr lohnen, neue Briefbögen mit dem korrigierten Straßennamen drucken zu lassen. Wie berichtet, soll der Straßenname in Kürze sein „h“ hinter dem t zurückbekommen, das aus Versehen vor Jahrzehnten gestrichen worden war.

Die Häuserzeile zwischen dem Bahnhof Zoo und der Kantstraße soll abgerissen, das als Schmuddelecke titulierte Grundstück möglichst schnell neu bebaut werden. Davon betroffen ist nicht nur das Hostel, das schon vor Längerem ausgezogen ist und der Blumenstand, den es seit fast 40 Jahren dort gibt. Auch das Beate Uhse Museum an der anderen Ecke sucht nach einem Ersatzstandort. Ebenso Sex Shops, Gastronomen und Büro-Nutzer.

Kein Eye-Catcher für die City West

Marc Schulte (SPD), Stadtrat für Stadtentwicklung, hätte sich für das Grundstück in dieser Top-Lage eine Bebauung gewünscht, die einen Akzent setzt, die ein Eye-Catcher im Kern der City-West geworden wäre, der auch höher als die jetzige Bebauung hätte sein dürfen. Doch das hätte ein Bebauungsplanverfahren nötig gemacht, das das Projekt vermutlich um zwei bis drei Jahre verlängert hätte.

„Deshalb überlegt der Eigentümer, dass er lieber in der jetzigen Form baut, in der vorhandenen Kubatur“, sagte Schulte. Aus Zeitgründen sei das nachvollziehbar. Schulte hofft allerdings, dass dort in dem neuen Geschäftshaus kein Textildiscounter, sondern hohe Qualität einzieht, die sich an den Nachbarn mit dem Waldorf Astoria und den ausgefallenen Geschäften im Bikini Berlin orientiert.

Als Zeichen, dass auch der US-Investor, die Hines Immobilien GmbH, an Hochwertigkeit Interesse hat, wertet Schulte die Tatsache, dass in einem Wettbewerbsverfahren gerade Vorschläge erarbeitet werden, wie das Grundstück am besten bebaut wird. Fünf Büros seien eingeladen worden, Entwürfe für das Grundstück zu entwickeln. Der besondere Anspruch für diesen innerstädtischen Stadtraum unweit der Gedächtniskirche müsse dabei erfüllt werden.

Mit den meisten Mietern geeinigt

„Entscheidend ist die Qualität, die wir in der Nähe des Waldorf Astoria, des Bikini Berlin und des im Bau befindlichen Upper West realisieren wollen. Über Details können wir allerdings noch keine Auskunft geben“, sagte Projektleiter Joachim Wintzer, der Direktor der Hines Immobilien GmbH ist, der die Grundstücke gehören. Mit den meisten Mietern habe sich Hines über den Auszug verständigt.

Das Grundstück ist 3553 Quadratmeter groß. Neben den Flächen an der Joachimstaler Straße wird auch das kleine Grundstück an der Kantstraße 6 dem Projekt zugeschlagen. Dort steht ein Flachbau, den momentan noch der Second-Hand-Laden Humana nutzt.