Unfall in Reinickendorf

Wieder illegales Autorennen: Zwei Unbeteiligte verletzt

Auf der Residenzstraße in Reinickendorf ist es am Montagabend zu einem schweren Unfall gekommen. Ein BMW-Fahrer wurde schwer verletzt.

Erneut ist es zu einem schweren Unfall mit drei Verletzten gekommen, der sich offenbar während eines möglichen illegalen Autorennens in Reinickendorf ereignet hat. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war zunächst eine 19-Jährige am Montagabend mit ihrem Audi über einen abgesenkten Bordstein in der Simmelstraße gefahren und nach links in die Residenzstraße eingebogen. Dabei übersah sie einen von rechts kommenden 3er-BMW, dessen 24 Jahre alter Fahrer auf der linken Spur der Residenzstraße in Richtung Franz-Neumann-Platz unterwegs war. Die Autos prallten zusammen.

Wie die Polizei am Dienstag weiter mitteilte, sagten Zeugen nach dem Unfall aus, der 24-Jährige habe zuvor an einer roten Ampel an der Residenz- Ecke Stargardtstraße gewartet. Hinter ihm stand demnach ein 5er-BMW. Als die Ampel auf Grün umschaltete, sollen beide Gas gegeben haben. Der Fahrer des größeren Wagens zog demnach dann auf den rechten Fahrstreifen, beide Autos sollen mit überhöhter Geschwindigkeit über die Residenzstraße gerast sein.

Nach dem anschließenden Zusammenstoß mit dem Audi schleuderte der 24-Jährige mit seinem Auto gegen einen geparkten Fiat, Trümmerteile beschädigten einen weiteren Pkw. Der 31 Jahre alte Fahrer des anderen BMW flüchtete. Während die 19 Jahre alte Frau in dem Audi und ihre Beifahrerin (21) Kopfverletzungen erlitten, die ambulant in einem Krankenhaus behandelt wurden, musste der 24-Jährige stationär in einer Klinik aufgenommen werden. Er zog sich Kopf- und Rückenverletzungen zu. In seinem Auto fanden Polizisten einen Teleskopschlagstock, der sichergestellt wurde. Die Beamten leiteten ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ein.

Zeugen hatten sich das Kennzeichen des anderen an dem mutmaßlichen Rennen beteiligten BMW gemerkt. Der 31 Jahre alte Halter wurde wenig später in seiner Wohnung von Beamten angetroffen. Beide Männer müssen sich nun wegen gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr verantworten. Ihre Führerscheine und Autos wurden sichergestellt. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten sowie der Unfallaufnahme war die Residenzstraße in Richtung Franz-Neumann-Platz rund sechs Stunden lang gesperrt.

Immer wieder illegale Rennen mitten in Berlin

Derzeit läuft in Berlin ein großer Prozess gegen zwei Männer, bei deren Autorennen im Frühjahr ein Unbeteiligter starb. Die beiden Männer könnten nun wegen Mordes verurteilt werden. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Ein entsprechendes Gesetz hatte der Bundesrat im September auf den Weg gebracht.

Gerade in Berlin kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu illegalen Autorennen. Die Polizei hat in diesem Jahr bereits 46 Verfahren eingeleitet – fünf mehr als im vergangenen Jahr. Außer zehn Jahren Haft steht auch der Einzug des Fahrzeugs zur Debatte. Der Gesetzesvorstoß sorgt für breite Zustimmung. Die bisherigen Regelungen hätten nicht für ausreichende Abschreckung gesorgt, heißt es beim ADAC. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hofft, dass die „Unbelehrbaren“ nun länger von der Straße ferngehalten werden können.

"Autorennen meist konspirativ und sehr kurzfristig"

Fraglich ist, ob die Berliner Polizei in der Lage ist, illegale Autorennen künftig stärker zu ahnden. Denn diese sind schwer zu ahnden, die Beamten nahezu machtlos. „Illegale Autorennen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie entweder konspirativ und sehr kurzfristig an Orten und zu Zeiten verabredet werden, an denen eine polizeiliche Feststellung unwahrscheinlich ist, oder dass sie nach spontanem und zufälligem Zusammentreffen Gleichgesinnter im Begegnungsverkehr durchgeführt werden“, heißt es in einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage der Grünen.