Charlottenburg

Kudamm-Raser verliert zum zweiten Mal Führerschein

Er verlor seinen Führerschein, weil er mit seinem rücksichtslosen Fahrstil Menschenleben gefährdet hatte. Und zwar nicht zum ersten Mal.

Schon einmal kassierte ein Kudamm-Raser einen Führerscheinentzug. Aus seinen Fehlern scheint der 22 Jahre alte Fahrer dennoch nicht gelernt zu haben und verliert erneut seine Fahrerlaubnis.

Am Sonntag, den 4. September, raste der 22-Jährige laut Polizei in einem Mercedes-Sportwagen über die Busspur des Kurfürstendamms. Nach mehrmaligen Überholmanövern brach das Heck seines Fahrzeugs aus, sodass er ohne zu blinken auf die rechte Fahrspur abbog.

Bei der anschließenden Befragung gab der 22-Jährige der Polizei gegenüber an, er halte seinen Fahrstil für ungefährlich. Das sah das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LaBO) anders und entzog ihm die Fahrerlaubnis. Am Montag informierte die Behörde die Polizei.

Tödliches Autorennen: Angeklagten droht lebenslänglich

Das war nicht das erste Mal: Bereits im August 2015 war der Raser durch sein rücksichtsloses Fahrverhalten aufgefallen. Mehrmals war er mit überhöhter Geschwindigkeit über den Kurfürstendamm gerast, hatte sich bei Kontrollen mit Polizisten gestritten. Als Folge entzog ihm das LaBO damals den Führerschein. Dann absolvierte der 22-Jährige eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), volkstümlich auch "Idiotentest" genannt. "Er hat aus seinen Fehlern gelernt und ist zum Führen von Fahrzeugen wieder geeignet", heißt es in einem Gutachten.

Es dauerte nur drei Monate, bis der Kudamm-Raser in sein altes Verhaltensmuster zurückfiel.

Seit Februar dieses Jahres hat die Polizei die Verkehrsüberwachung auf den Straßen in Berlin verstärkt. Grund für die häufigen Kontrollen ist ein illegales Straßenrennen, bei dem am 1. Februar ein unbeteiligter 69 Jahre alter Autofahrer am Tauentzien getötet worden war. Im Visier der Beamten stehen vor allem Beteiligte an illegalen Straßenrennen sowie von sogenannten Profilierungsfahrten.

Berliner Polizei oft machtlos bei illegalen Autorennen

Im Kampf gegen illegale Autorennen, hat Nordrhein-Westfalen einen Gesetzesantrag im Bundesrat vorgelegt, um Raser künftig härter bestrafen zu können. In dem Antrag werden bis zu drei Jahre Haft und längere Führerscheinentziehungen gefordert.