Friedrichshain

Anwohner in der Rigaer Straße: "Uns geht es auf den Keks!"

Es ist das Gesprächsthema Nummer eins am Morgen in Friedrichshain: der Großeinsatz im Haus der linken Szene an der Rigaer Straße.

Foto: Steffen Pletl

Am Donnerstag kurz nach sieben Uhr geht es an der Rigaer Straße ruhig zu. So, als sei nichts geschehen. Als hätte es am Mittwochabend keinen Großeinsatz der Polizei gegeben.

Dennoch ist der Einsatz mit 500 Beamten das Thema des Morgens. In der Bäckerei an der Liebig- Ecke Rigaer Straße sprechen die Frühaufsteher bei einer Tasse Kaffee über das Geschehen.

Polizei bleibt am Donnerstag präsent

Am Donnerstagvormittag zeigt die Polizei regelmäßig Präsenz an der Rigaer Straße.

>> Kommentar: Mehr Rückhalt für die Polizei - Beamte verdienen Respekt!

"Selbst mit einem Hubschrauber waren sie unterwegs und haben sogar in meine Wohnung hineingeleuchtet", sagt eine Anwohnerin aus der Liebigstrasse. Indes weist der Mann hinter dem Tresen des Kaffees darauf hin, dass es ja lange Zeit ruhig war in der Rigaer Straße. "Ich kann mich an Zeiten erinnern, als es hier beinahe täglich zur Sache ging", sagt er.

"Uns Anwohnern geht es langsam auf den Keks, wenn hier Polizei zum Teil grundlos auf Konfrontation mit der Szene im Kiez unterwegs ist", sagt ein Anwohner.

Indes gibt es auch Klagen von Anwohnern über die Bewohner der Hausnummer 94: "Als unmittelbarer Nachbar geht's mir auch total auf den Sack. Vor allem wenn die wie gestern Nacht die Anlage komplett aufdrehen und den ganzen Kiez mit Punkrock beschallen", schreibt zum Beispiel David B. bei Facebook. Lob findet er für die Beamten: "Die Polizei macht übrigens alles richtig, verhält sich super gegenüber den Anwohnern und begleiten sie freundlich zu ihren Wohnungen wenn gesperrt wurde."

Polizeieinheiten hatten als Reaktion auf einen Angriff auf einen Streifenpolizisten ein der linksextremen Szene zugerechnetes Wohnhaus in Friedrichshain durchsucht. Dabei fanden sie eine große Menge an Steinen, Eisenstangen sowie Krähenfüßen. Der Vorfall soll auch ein parlamentarisches Nachspiel haben.

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