Best of Berlin

Zehn schöne Spaziergänge durch Berlin

Eine schreckliche Frage: "Was machen wir am Wochenende?" Schrecklich, denn: Es gibt so viele Antworten. In "Best of Berlin" sagen wir Ihnen, was Sie mal ausprobieren sollten. Dieses Mal haben wir für Sie zehn schöne Spaziergänge in Berlin ausgesucht, bei denen sich das Winterwetter genießen lässt.

Foto: Getty Images / Getty Images/Getty

Winterwanderung zur Sacrower Heilandskirche

Diese schöne Winterwanderung beginnt am Fähranleger in Alt-Kladow. Mit der Fähre F10 hat man in 20 Minuten die Havel vom S-Bahnhof Wannsee überquert und lässt den Alltagsstress hinter sich. Vom Imchenplatz in Alt-Kladow beginnt man in südlicher Richtung mit dieser schönen 14 Kilometer langen Wanderung, wobei man zugeschneite Winterlandschaften, poetische Fähranleger, verlassene Waldwege genießt, einen tollen Blick auf die Glienicker Brücke erhascht, sowie das Sacrower Schloss und zu guter Letzt die Sacrower Heilandskirche sieht, die als Teil der Potsdamer Havellandschaft zum Unesco Weltkulturerbe gehört.

Weitere Informationen auf den Seiten der Senatsverwaltungs für Stadtentwicklung

Park der Sinne

Der „Park der Sinne“ ist eine ungewöhnliche Gartenanlage der Klinik am Weißensee, die zwischen Bäumen und Blumen gärtnerische, künstlerische und therapeutische Ansätze verknüpft. Im Lauf der Jahre entstand eine Oase, in der man nicht nur relaxen kann, sondern auch immer etwas Neues entdeckt: Klangsteine, das Heckentheater, der Therapieweg, das Labyrinth und die Taststeine oder Duftdolden. Sie sprechen die unterschiedlichen menschlichen Sinne an, schulen das Gleichgewicht, die Orientierung und das Gehör. Alle Elemente stehen einfach am Wegesrand und werden kurz durch Schilder erläutert, dadurch kann man einfach und unkompliziert alle Installationen entdeckt und erfahren.

Der „Park der Sinne“ gehört zur Park-Klinik, ist aber öffentlich über die Schönstraße 80 zugänglich, Weißensee, Tel. 96 28 41 64, www.park-der-sinne-berlin.de

Landwehrkanal

Der Winter hat Berlin fest im Griff und die ganze Stadt mit einem weißen Tuch bedeckt. Doch Schnee und eisige Temperaturen sind noch lange kein Grund zu Hause zu bleiben, sondern sollten bei einem Spaziergang „am Kanal lang“ durch Kreuzberg 36 genossen werden. Am besten startet man am Urbanhafen beim Prinzenbad und schlendert gemütlich den Landwehrkanal in Richtung Spree entlang. Zum Einstand kann man einen Kaffee im Restaurantschiff „Van Loon“ trinken und den Schwänen zusehen, wie sie durchs Wasser gleiten. Weiter geht’s dem Wasser lang, vorbei an schönen Gründerzeithäusern, dem „Il Casolare“ mit der leckersten Pizza der Stadt und dem Wochenmarkt am Maybachufer. Man kann mit Boulespielern am gegenüberliegenden Paul-Lincke-Ufer fachsimpeln und immer weiter spazieren bis der Landwehrkanal in der Spree versinkt.

Tiergarten

Dieser etwa acht Kilometer lange Spaziergang führt an den wichtigsten Berliner Sehenswürdigkeiten vorbei und ist nicht nur für Touristen geeignet. Die Tour startet am Pariser Platz, man durchschreitet das Brandenburger Tor und kommt linkerhand zum Stelenfeld des Holocaust Mahnmals, über die Wilhelmstraße geht es weiter zur „Topografie des Terrors“, wo man auch Reste der Berliner Mauer bestaunen kann. Danach passiert man das Renaissancegebäude Martin-Gropius-Bau und geht weiter zum Potsdamer Platz mit dem Sony Center und dem Filmmuseum Berlin und anschließend einen Häuserblock weiter zur Philharmonie, „Zirkus Karajani“ genannt, der Matthäuskirche, der Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe sowie der Gemäldegalerie. Durch den Tiergarten erreicht man das Schloss Bellevue und spaziert dann schnurstracks weiter zum Haus der Kulturen der Welt. Mit roten Backen macht man sich dann an den letzten Rest des Rundgangs mit Bundeskanzleramt sowie Reichstag und endet anschließend wieder am Pariser Platz.

Schlachtensee

Eine Runde um den Schlachtensee zu marschieren, gehört zu den Frischluftklassikern in Berlin. Im Sommer kann man hier baden, im „Paul-Ernst-Park“ auf der Wiese liegen oder sich ein Boot ausleihen und über das Wassern rudern, doch im Winter, wenn sich die Zweige des Waldes unter der Schneelast biegen, ist es besonders romantisch. Über fünf Kilometer schlängelt sich der Wanderweg direkt am Ufer entlang. Alleine ist man auf der breiten Promenade zwar nie, doch man hat eine Stunde seine Ruhe und kann die Gedanken wandern lassen. Zur Einkehr lohnt sich das historische Gasthaus „Fischerhütte“ mit Weinstube, Biergarten und Kinderspielplatz. Und vielleicht wird es ja auch noch so kalt, dass man auf dem zugefrorenen See Schlittschuhlaufen kann.

Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn

Faszinierende Einblicke in Gartenkunst aus aller Welt findet man in Marzahn. Den Anfang machte 2000 der „Chinesischen Garten des wiedergewonnenen Mondes“, wo Besucher durch eine aufwendig gestaltete, authentische Gartenwelt mit Teepavillon lustwandeln können. Mit 2,7 Hektar ist er übrigens der größte chinesische Garten in Europa. Auf dem Areal befindet sich ebenfalls der „Japanischen Garten des zusammenfließenden Wassers“, wo Shunmyo Masuno typische Pflanzen und traditionelle Stilelemente Japans zu einer reizvollen Anlage vereinte. Das ist jedoch noch nicht alles, denn weitere Gärten erwarten den Naturfan: „Der Balinesische Garten der drei Harmonien“ besitzt einen traditionellen Wohnkomplex, Wasserspiele erfreuen den Besucher im „Orientalischen Garten“, außerdem locken noch der „Staudengarten“, der „Koreanische Garten“, der „italienische Renaissancegarten“ und der „englische Irrgarten“.

Gärten der Welt

Rundgang Mauerstreifen

Körperliche Ertüchtigung und Geschichte verbindet dieser Spaziergang. 45 Kilometer lang war der Mauerabschnitt, der Berlin fast 30 Jahre in West- und Ostteil trennte. Der „Berliner Mauerweg“ erschließt diese Strecke (und auch die restlichen 115 Kilometer, die Berlin von Brandenburg abteilten) für Fußgänger und Randfahrer. Den Spaziergang beginnt man am besten an der Bornholmer Straße und marschiert dann immer Richtung Süden zum Mauerpark und weiter zur Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße, wo sich noch ein kleines Stück Mauer befindet. Weiter geht es zum Reichstag und Brandenburger Tor, wobei der Verlauf der Mauer in der Innenstadt durch eine doppelte Pflastersteinreihe im Boden dokumentiert ist. Die nächste Station ist der Checkpoint Charlie und zum Abschluss marschiert man einfach immer weiter bis zur East Side Gallery, dem längsten Stück erhaltener Mauer, zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof.

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Grunewald

Nicht nur im Schnee ist diese vierstündige Wanderung lohnenswert. Vom S-Bahnhof Grunewald geht’s entlang der Seenketten zum S-Bahnhof Nikolassee. Der Weg führt durch Europas größtes Hundeauslaufgebiet, aber auch am Hundekehlesee, der Krummen Lanke, dem Restaurant „Paulsborn“ oder am Rand des Naturschutzgebietes Langes Luch vorbei. Autogeräusche oder anderen Großstadtlärm hört man auf weiten Strecken dieser 11 Kilometer langen Wanderung kaum, stattdessen sieht man Vögel aufflattern und hört das eingeschneite Laub auf dem Waldboden knacken.

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Botanischer Garten Pankow

Auf dem ehemaligen Rieselfeld an der Blankenfelder Chaussee in Pankow befindet sich der „Botanische Garten“. 1909 als Schulgarten entstanden, war er damals der größte in Europa. Aus dieser Zeit stammt eine einzigartige geologische Wand, die sich aus 120 Gesteinsarten der obersten Erdkruste zusammensetzt. Auf über 30 Hektar gibt es außerdem Staudenbeete, ein kleines Arboretum und einige Gewächshäuser aus den 20ern. Auf den weiten Weisen kann man wunderbar spazierengehen und das Rotwild bewundern.

Plänterwald

Das 72 Hektar große Gelände wurde 1876 angelegt, liegt direkt an der Spree und ist ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner. Großzügige Wiesen und dichter Wald wechseln sich anmutig ab, es gibt einen großen Karpfenteich, diverse Cafés und das Russische Ehrenmal. Am besten beginnt man mit dem Besuch vom S-Bahnhof Treptower Park aus, vorbei an der Schiffsanlegestelle der Stern- und Kreisschifffahrt, am Wasser entlang in Richtung der Gastwirtschaft „Zenner“ mit seinem großen Biergarten, wo ab April sonnabends und sonntags Senioren tanzen. Man kann im Plänterwald spazieren, joggen, Rad fahren, mit dem Hund herumtollen – und Dinosaurier bewundern. Die sind zwar riesig, aber aus Plastik und obendrein umgefallen. Sie gehören zu den nostalgischen Überresten des geschlossenen Vergnügungsparks „Spreepark“, genauso wie das verrostete Riesenrad und die Schwanenbote bei denen der Lack abblättert.