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Hier werden Sie Meister der Fondue-Kunst

Ob klassisch mit Käse, Fleisch und Fisch, oder neumodisch im asiatischen Stil: Ein Abendessen rund um die brodelnden Töpfe ist ein ebenso köstliches wie geselliges Vergnügen. Wir stellen die besten Berliner Fondue-Restaurants vor.

„Feuer und Flamme“

Draußen ist es dunkel und kalt. Drinnen sitzt eine Gruppe im Warmen an einem langen Tisch und amüsiert sich prächtig. Fondue, das Schweizer Nationalgericht, kommt besonders bei jungen Leuten gut an. Es schmeckt gut, ist verhältnismäßig preiswert und hat einen hohen Unterhaltungsfaktor.

Die Karte im Friedrichshainer Fondue-Restaurant „Feuer und Flamme“ versetzt die meisten Gäste in Erstaunen. Sage und schreibe drei Dutzend verschiedene Fondue-Varianten stehen zur Auswahl, gut die Hälfte davon mit Käse. Ob klassisch als Schweizer Fondue mit Greyerzer, Appenzeller und Emmentaler, oder exotisch mit Blau-Rot-Weißschimmelkäse, ob mit Curry abgeschmeckt oder mit Tomatenpüree verfeinert: Es scheint, in dem gemütlich eingerichteten Lokal bleibt kein Fonduewunsch unerfüllt.

Fleischfans können argentinisches Rumpsteak im Öl brutzeln, auch Pute oder neuseeländisches Lammfilet. Wer es weniger fett mag, kann das Fleisch wahlweise in Brühe garen. Ein klassisches Fischfondue mit Lachs, Saison-Fischfilet und Garnelen ist ebenso im Angebot wie ein vegetarisches Fondue mit Gemüse und Kartoffelscheiben. Für Süßmäuler steht eine große Auswahl geschmolzener Schokolade bereit, von Vollmilch bis Zartbitter, in die man frisches Obst taucht. Die Preise sind günstig, um elf Euro für die meisten Käsefondues, maximal 19 Euro für 200 Gramm Lammfilet.

"Ars Vini"

„Die Winterzeit ist unsere Hochsaison“, berichtet Sebastian Friedrich, Besitzer des Fondue-Restaurants am beschaulichen Comeniusplatz im südwestlichen Friedrichhain. Zusammen mit einem Partner hatte er vor einigen Jahren das Ars Vini an der Dunckerstraße eröffnet. Dort spezialisierte man sich auf Fondue. „Wir waren auf der Suche nach der gastronomischen Nische und haben sie mit Fondue gefunden“, erklärt der 33-Jährige.

Fondue ist beliebt. „Weil es so gesellig ist“, sagt Friedrich „Fast jeder hat ein Fondue-Set zu Hause. Aber bei den meisten steht es im Keller, und da bleibt es auch.“ Warum, kann er sich auch nicht recht erklären. „Vielleicht, weil es so eine gewaltige Arbeit ist, die festgebackenen Reste aus dem Topf zu kratzen“, sagt er. In seiner Küche jedenfalls gilt beim Topfreinigen das Rotationsprinzip: Jeder muss mal ran.

Vor Restaurantstart reibt das Personal größere Mengen Käse, putzt Salate und schneidet Baguette und Vollkornbrot in spießgerechte Würfel. Auf sechs Induktionsplatten wird die bestellte Mischung aufgekocht und schnell serviert. Während man auf das Essen wartet, kommt für viele Gruppen die entscheidende Frage: Was muss derjenige machen, dem ein Stück Brot von der Gabel in den Topf fällt? „Die meisten vereinbaren den Klassiker“, sagt Sebastian Friedrich, „also eine Runde Kirschwasser“.

Es gäbe aber auch die Alternative, dass Frauen, die ihr Käsestückchen im Fondue verlieren, dem Nebenmann ein Küsschen geben müssen. Dass allerdings zur Strafe ein Sprung in die Spree verabredet wird, in Abwandlung des berühmten Comics „Asterix bei den Schweizern“, sei noch nie vorgekommen.

"Châlet Suisse"

Im Dahlemer Restaurant „Diekmann im Châlet Suisse“ ist ein Inder für das Walliser Fondue zuständig. Chef Kevin Nathan aus Madras hat bereits in verschiedenen Nobelrestaurants der Stadt gekocht. „Fondue zuzubereiten habe ich hier gelernt“, sagt der 46-Jährige. Zuerst wird der Caquelon, so heißt der klassische Fonduetopf mit langem, dicken Griff, ausgerieben. Mit Knoblauch. Dann gießt Nathan 400 Milliliter Wein, einen Fendant (Gutedel aus dem Wallis) in den Topf. Er schwört auf eine Prise Cayennepfeffer. Andere nehmen Muskat. In den Wein kommt die etwa 350 Gramm schwere Käsemischung aus Schweizer Bergkäse, Greyerzer und Emmentaler. Wer mehr Schmelz schätzt, dem sei die Mischung mit 50 Prozent Greyerzer, 30 Prozent Appenzeller und 20 Prozent Vacherin Friburgois empfohlen.

Unter ständigem Rühren werden noch drei in Wasser aufgelöste Esslöffel Maisstärke hinzu gegeben. „Das bindet die Käsesoße“, erklärt Nathan. Einmal aufkochen, und schon kann das Fondue an den Tisch geschickt werden. Im rustikalen Schankraum mit Eichendecken, Holzboden und buchenscheitbefeuertem Kamin genießt man das Fondue, zum Beispiel mit einem Viertel Fendant. 38 Euro kostet der Spaß für zwei Personen.

"Shabuki"

Die Idee für sein Fondue-Restaurant „Shabuki“ am Olivaer Platz in Charlottenburg kam dem vietnamesischen Gastronomen Mr. Hai, als er „Shabu Shabu“ in Asien kostete. Dieses japanische Suppen-Gericht besteht aus einer Brühe, in der verschiedene Zutaten gekocht werden. In seinem Restaurant, das ganz in Weiß eingerichtet ist, hat Mr. Hai an der Kaiten-Bar und an den Tischen Induktionskocher einbauen lassen. Auf einem Förderband fahren an der Theke die Zutaten vorbei.

Zuerst wählen die Gäste aus verschiedenen Brühen: klare Hühnerbrühe, Brühe mit Seetang und Brühe mit Zitronenaroma (zwei Euro je Brühe). Dazu gibt es drei Dips: vietnamesische Fischsoße, Sojasoße mit Limettensaft und Soja-Chili-Dip. Per Knopfdruck wird die Brühe zum Kochen gebracht. Dann kann man sich unterschiedliche Zutaten von den Tellern nehmen, die auf dem Laufband der Bar vorbeiziehen. Allerdings sollte man rechtzeitig die Mitarbeiter befragen, in welcher Reihenfolge man die Zutaten eintauchen sollte, und welche Garzeiten sie haben.

In der Woche kann der Gast mittags für 9,50 Euro eine preiswerte Variante bestellen. Abends gibt es eine große Zahl Zutaten vom Förderband an der Bar, sowie „Shabu for one“ am Tisch, mit einer sättigenden Auswahl an Gemüse, Nudeln, Rindfleisch, Fisch Garnelen und Nudeln. Das kostet 18 Euro, für zwei Personen werden 34 Euro berechnet.

Wenn man dann nach einigen Besuchen weiß, dass das hauchdünn geschnittene Entrecôte nur kurz, der Streifen Tintenfisch etwas länger und die Pilze lange garen dürfen, und wie die Zubereitung von Lachs, Garnelen und Pak-Choi funktioniert, kann sich der Gast so richtig auf den außergewöhnlichen Genuss konzentrieren. Abgerundet wird das japanische Fondue durch die asiatischen Nudeln in der aromenreichen Brühe.

Berliner Fondue-Restaurants – eine Auswahl

Ars Vini I - Dunckerstraße 78, Prenzlauer Berg, täglich von 18 bis 24 Uhr, Tel.: 54714182, www.arsvini.de

Ars Vini II - Templiner Straße 7, Mitte, täglich von 17 bis 24 Uhr, Tel.: 30609486

Châlet Suisse - Im Jagen 5, Dahlem, tägl. ab 12 Uhr, Tel.: 8326362, www.diekmanns-restaurant.de

Café am Neuen See - Lichtensteinallee 2, Tiergarten, täglich ab 10 Uhr, Küche bis 22 Uhr, Tel.: 25449300, www.cafeamneuensee.gastart.de

Nola’s am Weinberg - Veteranenstr. 9, Mitte, tgl. ab 10 Uhr, Tel.: 44040766, www.nola.de

Shabuki - Olivaer Platz 9, Wilmersdorf, täglich von 12 bis 24 Uhr, Tel.: 88628137, www.mrhai.de

Feuer und Flamme - Am Comeniusplatz 1, Friedrichshain, Montag bis Freitag ab 18 Uhr, Tel.: 29776595

Hot Pot - Kollwitzstraße 54, Prenzlauer Berg, Di.–So. ab 18 Uhr, Tel.: 44048040, www.hotpot.de

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